Helferkreis: Asylbewerberheim Michaelschule

Gemeinsam gegen die Enge

In der ehemaligen Michaelschule sind seit rund fünf Wochen rund 100 Asylbewerber untergebracht.

In der ehemaligen Michaelschule sind seit rund fünf Wochen rund 100 Asylbewerber untergebracht.

Bad Godesberg. Vor sechs Wochen hatte die Bonner Stadtverwaltung die Bad Godesberger Öffentlichkeit mit der Nachricht überrascht, die leer stehende Michaelschule kurzfristig als Unterkunft für Asylbewerber nutzen zu wollen, wenig später war es dann auch schon so weit. Inzwischen leben rund 100 Menschen in dem Schulgebäude.

Spontan hatte sich nach Bekanntwerden der Nachricht die Katholische Kirche in Bad Godesberg in Absprache mit der Stadt Bonn dazu bereiterklärt, die Betreuung der Migranten zu übernehmen. Nach öffentlichen Aufrufen haben sich 45 ehrenamtliche Helfer aus der Bürgerschaft des Stadtbezirks zusammengefunden, um den Tagesablauf zu organisieren.

"Die Helfer sind alles sehr handfeste Menschen, die sowohl mit viel Idealismus als auch mit Realismus an ihre Aufgabe herangehen", sagt Gemeindereferent Clemens Rieger. Er koordiniert im Auftrag der Katholischen Kirche die ehrenamtliche Arbeit.

Inzwischen haben die Helfer vier Gruppen gebildet, um sich die Arbeit thematisch aufzuteilen. So habe sich zuletzt die Gruppe "Patenschaft" mit 15 ehrenamtlichen Helfern und 30 Asylbewerbern im Pfarrzentrum von Sankt Marien getroffen. Für die kommende Woche ist ein adventliches Beisammensein aller Bewohner und Ehrenamtlichen der Michaelsschule geplant.

Mit diesem "Café Kontakt" und einem weiteren beteilige sich die Katholische Kirche an dem Format, das die Evangelische Kirche für Bad Godesberg entwickelt habe. Dass die Zusammenkünfte im Pfarrzentrum stattfinden, hat laut Dechant Wolfgang Picken aber auch den konkreten Hintergrund, dass die räumlichen Verhältnisse in der Michaelschule dies nicht zuließen.

Sie verfüge neben den zu Wohn- und Schlafräumen umfunktionierten ehemaligen Klassenzimmern nur über eine Küche im Keller mit mehreren Kochstellen. "Das Flüchtlingswohnheim ist so eng belegt, dass es an einem Angebot von Gemeinschaftsräumen fehlt. Das sind für das Zusammenleben keine guten Ausgangsvoraussetzungen und zwingt uns dazu, für Ausweichmöglichkeiten zu sorgen", so Picken.

Auch wenn Hausmeister und städtische Mitarbeiterinnen intensiv um eine gute Atmosphäre bemüht seien, sieht Picken zwischenmenschliche Konflikte als vorprogrammiert an. "Es ist wichtig, durch das Angebot von Gemeinschaftsräumen Auseinandersetzungen unter den Flüchtlingen vorzubeugen, damit wir in Bad Godesberg Szenen vermeiden, die später ein falsches Bild auf die Flüchtlinge werfen", so der Dechant. "Hier muss bei der Planung der nächsten Wohnheime unbedingt mehr berücksichtigt werden, dass das Zusammenleben von 100 Flüchtlingen auch ein Raumangebot benötigt, wo Austausch und Miteinander möglich sind", fordert er.

Wer sich an der Hilfe für das beteiligen möchte, kann sich melden unter michaelsschule@godesberg.com

621,52 Euro für Flüchtlingsheim

"Leidenschaftlich glauben und leben" ist das Leitbild der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Dass Leidenschaft immer etwas mit Begegnungen mit Menschen zu tun hat, zeigte sich jetzt auch an der Kollekte im Rahmen einer Gemeinschaftsmesse der kfd im Dekanat Bad Godesberg, zelebriert von Pater Innocent und drei seiner Ordensbrüder in St. Marien.

621,52 Euro sammelte die kfd an diesem Morgen für die Menschen im Flüchtlingswohnheim Michaelsschule an der Friesdorfer Straße und möchte damit ein Zeichen großer Verbundenheit setzen.