Renovierung in Rüngsdorf

Gemeindesaal der Erlöserkirche wird immer beliebter

Unzählige Konzerte finden seit der Renovierung im Gemeindesaal statt. Pfarrer Norbert Waschk bleibt dennoch bodenständig.

Unzählige Konzerte finden seit der Renovierung im Gemeindesaal statt. Pfarrer Norbert Waschk bleibt dennoch bodenständig.

Rüngsdorf. In den historischen Räumlichkeiten der Erlöserkirche treten Musiker von Weltklasse auf. Seit der Renovierung ist der Gemeindesaal überregional bekannt und beliebt.

„Der Saal hat eben einen unwiderstehlichen Charme“, sagt der Pfarrer der evangelischen Erlöserkirche, Norbert Waschk, mit ein wenig Stolz. Und in der Tat erfreut sich der historische Gemeindesaal in der Kronprinzenstraße nicht nur in der Gemeinde, sondern auch überregional immer größerer Beliebtheit. Die originalen Fenster von 1903 und der freigelegte Parkettboden sorgen für ein besonders schönes Raumklima, das Veranstalter und Besucher immer wieder begeistert – und nicht mehr viel mit sonstigen Gemeindesälen zu tun hat. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dieser als Gemeindesaal für alle Godesberger Protestanten gebaut – deren Anzahl war seit dem Dienstantritt von Pfarrer Axenfeld enorm gestiegen. Ein großes Gemeindehaus musste her, das auch als Kirche genutzt werden konnte. Der historische Gemeindesaal entstand.

1961 war die Anzahl der Protestanten in Bad Godesberg so angestiegen, dass eine Aufteilung in fünf Gemeinden erfolgte, mit denen auch neue Kirchen und Gemeindehäuser entstanden. Der Saal in der Kronprinzenstraße wurde an die neuen Bedingungen angepasst und verkleinert: Fenster wurden zugebaut, der Gemeindesaal zugunsten von Büros verkleinert, Wände und Decke verkleidet und abgesenkt. „Es war zwar damals an den Zeitgeist und die neuen Bedürfnisse angepasst, aber aus heutiger Sicht muss man sagen, dass der Saal verunstaltet wurde“, so Waschk.

Mit der umfassenden Sanierung, die 2007 abgeschlossen wurde, erstrahlt der historische Gemeindesaal wieder in altem Glanz. Zugleich ist der Saal mit allerlei Technik ausgestattet worden, um eine universelle Nutzung möglich zu machen. So verbirgt sich hinter der Bühne moderne Bühnentechnik und auch ein Beamer steht zur Verfügung. Mit der komplett eingerichteten Küche ist auch ein Catering problemlos zu integrieren. Seit der Wiedereröffnung erfreut sich der Gemeindesaal großer Beliebtheit in der Gemeinde, aber auch darüber hinaus.

Neben dem Forum der Gemeinde mit Vorträgen, der Jugend-Theater-AG, diversen Ensembles sowie Veranstaltungen der Paul-Klee-Schule und der Kreissynode wird der Raum zunehmend auch von auswärtigen Veranstaltern für Vorträge, Empfänge und Konferenzen angemietet, darunter etwa die Deutsch-Französische Gesellschaft, das Bundesamt für Naturschutz, das Johanniter oder die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn.

Eine ganz besondere Freude sind dem Musikliebhaber Waschk die Konzerte, die mit der Anschaffung des Flügels vor fünf Jahren – zu einem großen Anteil durch Spenden – möglich wurden. Neben den eigenen, hervorragenden Reihe einViertel, die Christoph Faßbender im Auftrag der Gemeinde plant, hat auch die Reihe KammerMusikKöln einen festen Ort in Bad Godesberg gefunden, andere Veranstalter von Einzelkonzerten ziehen nach.

In den vergangenen Jahren ist der Raum zu einem überregional bekannten Veranstaltungsort geworden. „Wir hatten Pierre-Laurent Aimard hier, ebenso wie das Trio Wanderer oder auch das Chiaroscuro Quartet. Das sind alles Musiker von Weltklasse“, freut sich Waschk. „Aber es soll auch nicht überkandidelt sein. Es sind hier auch immer Ensembles aus der Region und aus dem Umkreis der Gemeinde zu erleben. Daran wird sich auch nichts ändern.“

Da die Erlöserkirche aktuell wegen Renovierungsarbeiten nicht genutzt werden kann, wird der historische Gemeindesaal (wie in seinen Anfängen) gerade auch für die Gottesdienste genutzt. Trotz der guten Auslastung ist die Gemeinde offen für weitere Anfragen. Pfarrer Waschk freut sich besonders über zusätzliche Konzerte: „Mein Traum wäre es, wenn wir mit diesem Raum und unseren Konzerten in der Kammermusik als Mitte zwischen Beethovenhaus und Rolandseck gesehen würden. Aber das ist nur meine Vision.“