Neuer Kunstrasenplatz

Fußballspielen ohne Staub und Pfützen in Mehlem

Die ersten Mannschaften trainieren schon auf dem Kunstrasenplatz an der Mehlemer Bahnlinie.

Die ersten Mannschaften trainieren schon auf dem Kunstrasenplatz an der Mehlemer Bahnlinie.

Mehlem. Spieler und Funktionäre beim 1. FC Ringsdorff-Godesberg freuen sich über ihren neuen Kunstrasenplatz. „Man kann es immer noch nicht glauben“, überschlagen sich die Kommentare auf der Homepage des Vereins.

„Es beginnt ein neues Zeitalter für den Verein“, sagt Geschäftsführerin Anita Kirchner. Der wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. „Das passt ja.“ Auch wenn die offizielle Eröffnung noch aussteht, hat die Stadt die Anlage in Mehlem schon freigegeben. Für die Spieler aller Altersklassen ist es nun etwas ganz anderes, als früher auf Asche zu spielen. Bei Trockenheit mussten sie beim Sprinten und Passen immer jede Menge Staub einatmen, bei Regen bildete sich ein See auf dem maroden Platz, der laut Kirchner dann eher an ein Schwimmbad als an einen Fußballplatz erinnerte.

Sie kann sich noch gut an ihren Bürgerantrag von 2009 erinnern, der das Thema Kunstrasen für Mehlem in die politischen Gremien brachte. „Damals gab es noch nicht das Geld dafür und auch noch keine Prioritätenliste“, so Kirchner. In den folgenden Jahres mussten also erst einmal die Voraussetzungen für eine Sanierung geschaffen werden.

Im vergangenen Jahr war es dann so weit: Der 1. FC Ringsdorff musste umziehen, die mehr als 200 Kinder und Jugendlichen und auch alle anderen Spieler trainierten in Berkum, Niederbachem, auf dem Heiderhof und in Plittersdorf. Mit den in der Regel 750.000 Euro wie für andere Plätze in Bonn kam man in Mehlem nicht hin, weil eine neue Entwässerung eingebaut werden musste. So wurde rund eine Million Euro fällig. Darin enthalten ist neben der neuen Tribüne auch eine neue Flutlichtanlage. Laut Kirchner ließen sich die alten Masten nicht mehr nutzen.

Mitglieder bauten die Tribüne ab

Sie hätten ohnehin versetzt werden müssen, weil der Platz einen neuen Schnitt bekommen hat. Er war vorher etwas größer und lag näher an der Bahnlinie. „Der neue Platz ist 90 Meter lang und 60 Meter breit und hat an der Längsseite eine vier Meter breite Einlaufzone“, erklärt die Stadt. „Die Umbauarbeiten auf dem Sportplatz wurden auch dazu genutzt, die alte Stehstufentribüne und die Flutlichtanlage zu erneuern, die nicht mehr verkehrssicher waren. Die neue Tribüne bietet Steh- und Sitzplätze für 176 Personen.“

Der 1. FC Ringsdorff packte an vielen Stellen mit an. „Wir mussten das Geländer abbauen und entsorgen“, sagt Kirchner. Mitglieder bauten auch die Tribüne an den Bahngleisen ab und kümmerten sich um eine Bepflanzung am Spielfeldrand.

Die Einweihung des Kunstrasens findet mit einer großen Party am Samstag und Sonntag, 30. Juni und 1. Juli, statt. Für den ersten Tag sind Jugendspiele geplant. Am Sonntag treten die Senioren, die schon in der Landesliga gespielt haben, gegen die Altinternationalen des 1. FC Köln an. Übrigens: Das Vereinsjugendhaus am Mehlemer Platz existiert auch schon seit 20 Jahren. Es wurde damals mit einem Spiel gegen eine Mannschaft von Sat.1 eingeweiht.