Gotteshäuschen am Dorfplatz

Frisches Gewand für Pest-Kapelle

Die St. Sebastianus-Kapelle in Schweinheim, auch Pest-Kapelle genannt, erstrahlt in neuem Glanz: Dietrich Hofmann (links) und Thomas Hauser bei der Arbeit. FOTO: RONALD FRIESE

Die St. Sebastianus-Kapelle in Schweinheim, auch Pest-Kapelle genannt, erstrahlt in neuem Glanz: Dietrich Hofmann (links) und Thomas Hauser bei der Arbeit.

SCHWEINHEIM. Montagvormittag legten die letzten freiwilligen Helfer noch einmal Hand an, um auch den Außen- und Grünbereich der Sankt-Sebastianus-Kapelle an der Waldburgstraße rechtzeitig vor dem Dorffest am kommenden Samstag, 5. September, aufzuhübschen.

Der Hintergrund: Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der sogenannten "Pest-Kapelle" in Schweinheim verpassten freiwillige Helfer auf Initiative der KG Schweinheim der in die Jahre gekommenen Kapelle einen neuen Anstrich. "Die letzte Sanierungsmaßnahme hat hier in den sechziger Jahren stattgefunden", berichtete Thomas Hauser, stellvertretender Vorsitzender der KG Schweinheim.

Gemeinsam mit Andrea und Dietrich Hofmann und weiteren Freiwilligen arbeiteten die Helfer in der vergangenen Woche jeden Tag, um das Kleinod wieder ins rechte Licht zu rücken. Die Kosten für das Material hatte die katholische Gemeinde von St. Marien und St.Servatius übernommen, "rund 1 500 Euro", so Hauser. Die Firma Roberz sponserte das Gerüst, Malermeister Georg Zimmermann beriet die Ehrenamtler bei der Wahl der Farbe und weiteren Details. Das Ergebnis: "Es hat sich wirklich gelohnt", freute sich Hauser. "Irgendwann müssen wir auch mal an den Innenbereich ran", bekannte er allerdings.

Lediglich zweimal im Jahr, so wie am kommenden Samstag, 13 Uhr, wird die Kapelle für eine Messfeier geöffnet. "Wir würden uns natürlich wünschen, dass die Kapelle häufiger genutzt wird", meinte Hauser. Die Kapelle ist dem Heiligen Sebastian geweiht. Eine Tafel über dem Eingang enthält die Inschrift: "Bis hierhin ging die Pest im Jahre 1666".

Die heutige Kapelle ist die Nachfolgerin einer Kapelle, die im 17. Jahrhundert zum Dank für die Errettung von der Pest erbaut wurde. Die Geschichte erzählt, dass der Pastor von Königswinter, Colenius, eine Wallfahrt zum Kloster Marienforst gelobte, um dort vor der Reliquie des Heiligen Sebastian zu beten. Nachdem auf wunderbare Weise drei Pestkranke, denen er morgens noch die Heilige Ölung gespendet hatte, von der Krankheit geheilt wurden, breitete sich die Krankheit nicht weiter aus. Zum Dank erbaute er die kleine Kapelle. Als 1914 die neue Kapelle gebaut wurde, ergänzte man die Inschrift mit der Jahreszahl 1666. Von hier aus gingen bis zu den Kriegszeiten unter Napoleon I. jährlich Pilgerprozessionen zum Kloster Marienforst. Am Samstag geht die Prozession nach der Messe hinunter zum Dorffest.