Kommentar zum Sparkassenprojekt in Godesberg

Frischer Wind

Der geplanter Neubau an der Rheinallee ähnelt der Filiale am Friedensplatz: ein erster Entwurf anlässlich einer Projektstudie.

Der geplanter Neubau an der Rheinallee ähnelt der Filiale am Friedensplatz: ein erster Entwurf anlässlich einer Projektstudie.

BAD GODESBERG. Die Stadtverwaltung überlegt, ob sie mit einigen Dienststellen die Kurfürstliche Zeile verlässt und in den geplanten Neubau der Sparkasse Köln-Bonn an der Rheinallee einzieht.

Es mag manchem erst einmal gegen den Strich gehen, dass die Verwaltung vielleicht in Teilen aus der Kurfürstenallee wegzieht. Doch im Zusammenhang mit dem geplanten Bauvorhaben der Sparkasse an der Rheinallee kommt nun auf einmal frischer Wind in die Diskussion über die Zukunft Bad Godesbergs. Denn wenn mehr Gebäude der Kurfürstlichen Zeile nicht mehr genutzt werden, steigen auch die Chancen für eine Vermarktung und den Strukturwandel dort – etwa für den Hochschulsektor, den sich viele Teilnehmer des Leitbildprozesses an der Stelle gut vorstellen können.

Auf einmal scheinen verkrustete Strukturen aufzubrechen. Zumal die Stadt selbst schon mit dem Standort nahe der Fußgängerzone kokettiert. Diese Aussage lässt aufhorchen, auch wenn noch nichts feststeht und keine Dienststellen benannt werden. Es ist dafür einfach noch zu früh.

Ein Umzug der Verwaltung könnte Vorteile bringen: Das Geldinstitut erhält einen langfristigen und zuverlässigen Mieter, für die Bürger sind es für den Behördengang von der Innenstadt aus nur ein paar Schritte, und außerdem würde der Platz verschönert und belebt. Dies ist ein erklärtes Ziel der Politik seit der tödlichen Attacke auf Niklas Pöhler.

Hier liegen Chancen, die nun nicht damit vertan werden sollten, indem man endlos über den Verlust einer alten Hausfassade debattiert.