Kulturpolitische Initiative

Freunde der Kammerspiele hoffen auf weitere Jahrzehnte

Festlicher Rahmen zum runden Geburtstag: Die Freunde der Kammerspiele feiern das zehnjährige Bestehen mit einem Überraschungsprogramm in der Redoute.

Festlicher Rahmen zum runden Geburtstag: Die Freunde der Kammerspiele feiern das zehnjährige Bestehen mit einem Überraschungsprogramm in der Redoute.

Bad Godesberg. Die Bürgerinitiative bereichert das kulturelle Leben mit Veranstaltungen und einem Theaterpreis. Großes Fest in der Redoute zum 10. Geburtstag.

Die Bad Godesberger Theaterfamilie traf sich am Mittwochabend zum ersten runden Geburtstag der Freunde der Kammerspiele. "Die Existenz des Kreises ist nicht überflüssig geworden", sagte der Vorsitzende Kurt P. Tudyka in seiner Rede zum zehnjährigen Bestehen der kulturpolitischen Initiative.

Zwar gingen die Gäste an dem Abend davon aus, dass mit dem geplanten Umzug des Pantheon in die Halle Beuel eine Bestandsgarantie für die Kammerspiele einhergeht. Doch schon jetzt zeigte sich, dass jederzeit eine neue Finanzdiskussion aufflammen kann. Die Freunde der Kammerspiele sind angetreten, um sich dem laut Tudyka "permanenten Zermürbungsfeldzug gegen kulturelle Einrichtungen" entgegenzustellen.

Weil die Kammerspiele an diesem Abend für "Faust I" reserviert waren, wich die Gesellschaft aus Theaterfreunden und -förderern, Ensemblemitgliedern und Gästen in die Redoute aus. Großformatige Fotografien von Thilo Beu holten Bühnenszenen in den einst kurfürstlichen Ballsaal.

Zum festlichen Abendessen gab es ein Überraschungsprogramm aus Musik und Texten. Die "Thespis"-Theaterpreisträger Birte Schrein und Sören Wunderlich lieferten sich bei Tisch ein pointiertes Rededuell über Kunst und Kopie, Beethovens Neunte und die Mona Lisa. Alles kann Kunst sein - aber selbst darüber kann man trefflich streiten.

Die Verleihung des Theaterpreises "Thespis" für herausragende künstlerische oder bühnentechnische Leistungen am Ende der Spielzeit gehört für den Vorsitzenden zu den beglückendsten Ereignissen seiner Gesellschaft, die darüber hinaus mit mehr als 50 Veranstaltungen das kulturelle Leben in Bonn bereichert hat. Als Anerkennung und für die Fortführung der Schülerprojekte gab es von der Sparkasse Köln-Bonn Spenden in Höhe von insgesamt 2075 Euro.

Die Freunde der Kammerspiele sind aus einem Bürgerprotest entstanden. Im Jahr 2006 wurden erste Pläne bekannt, die Kammerspiele in Bad Godesberg zu schließen. Eine Gruppe theaterbegeisterter Bürger startete eine Kampagne für den Fortbestand der Hauptspielstätte des städtischen Schauspiels und sammelte mehr als 30.000 Unterschriften gegen die Schließung. 2013 formierte sich der "Initiativkreis pro Kammerspiele" als gemeinnütziger Verein "Freunde der Kammerspiele" neu.

Als die Festgesellschaft auf "viele weitere Jahrzehnte Kammerspiele und ihrer Freunde" anstieß, wussten viele noch nicht, wie aktuell der Trinkspruch über Nacht werden würde.