Flüchtlingshilfe in Bad Godesberg

Flüchtling Aeham Ahmad gibt ein Benefizkonzert

Gibt ein Konzert in Bad Godesberg: Aeham Ahmad.

Gibt ein Konzert in Bad Godesberg: Aeham Ahmad.

Bad Godesberg. Der syrischer Flüchtling Aeham Ahmad gibt ein Benefizkonzert für die Flüchtlingshilfe. Für das Konzert kommt der heute in Wiesbaden lebende Pianist am Freitag, 17. Februar, nach Bad Godesberg.

Klavierspielen in den Trümmern einer Stadt, während rundherum der Bürgerkrieg tobt – das traut sich nicht jeder. Der palästinensische Syrer Aeham Ahmad hat genau diese Idee umgesetzt, spielte unter Lebensgefahr auf den Straßen Damaskus', im Flüchtlingslager Jarmuk Klavier gegen den Krieg und ging als „Pianist in den Trümmern“ um die Welt.

Nach seiner Aktion verbrannte der Islamische Staat sein Instrument, hatte er doch gegen das herrschende Musikverbot verstoßen. „Haram“, unrein, soll einer der Terroristen dabei gerufen haben. Ständige Todesangst um seine Familie bewegten ihn 2015 schließlich zur Flucht. Drei Monate nach seiner Ankunft in Deutschland wurde ihm in der Bonner Bundeskunsthalle der erste „Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion“ verliehen.

Aeham Ahmads Geschichte zeigt, dass Beethovens Freiheitswille und sein Glaube an die Kraft der Musik bis in unsere Gegenwart nichts von ihrer Bedeutung verloren haben“, sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan damals. Den Kampf für Frieden, Freude und Hoffnung gab Ahmad nicht auf: Mit der Musik will er Brücken bauen.

Sein Programm „Music for Hope“, Musik für Hoffnung, wird er am Freitag in der Johanneskirche in der Zanderstraße 51 aufführen. Dabei wird er sowohl arabische wie auch europäische Lieder singen und spielen. Zum besseren Verständnis werden die arabischen Stücke vor Ort ins Deutsche übersetzt. Organisiert wird der Abend vom Arbeitskreis Palästina/Israel der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Der Erlös kommt der syrischen Flüchtlingshilfe der Johannes-Kirchengemeinde zu Gute. Das vom Pfarrer im Ruhestand Christoph Nicolai organisierte Projekt benötigt mittlerweile rund 3500 Euro im Monat, um die laufenden Kosten zu decken.

Vor seiner Flucht lebte der heute 28-jährige Ahmad mit seiner zur palästinensischen Minderheit gehörenden Familie im Flüchtlingscamp Jarmuk. Als 1948 der Staat Israel gegründet wurde, flüchtete sein Großvater aus Palästina dorthin. Das Flüchtlingslager hat sich in den letzten 70 Jahren zu einem offenen Stadtteil von Damaskus entwickelt. Die Zustände dort gelten als katastrophal: Zu großen Teilen ist die Siedlung zerstört.

Regelmäßig gibt Ahmad Benefizkonzerte zugunsten von Flüchtlingen. Ein Stück weit sind die Auftritte für ihn Therapie und helfen ihm seine traumatische Flucht zu verarbeiten. Eine mögliche Karriere als Konzertpianist wird ihm wegen eines Granatsplitters in der rechten Hand vermutlich aber verwehrt bleiben.