Ins Armaturenbrett gekrochen

Feuerwehr rettet Kätzchen nach stundenlanger Odyssee

Bad Godesberg. Nicht der Tiger im Tank, sondern das Kätzchen im Armaturenbrett: Am Freitagabend wurde die Feuerwehr zu einem kuriosen Einsatz auf der Godesberger Allee gerufen.

Eine nur wenige Wochen alte Katze war in das Armaturenbrett eines Audi A1 gekrochen, wo es sich versteckte und die Einsatzkräfte über Stunden in Atem hielt. „Ich habe das Tier gegen Mittag auf dem Parkplatz eines Feinkostladens gefunden“, erzählt Lehrerin Nadia Trombin. „Kurzerhand habe ich mich entschlossen, das Kätzchen in ein Tierheim zu bringen.“ Doch der winzige Stubentiger hatte andere Pläne.

Wenige Augenblicke, nachdem Trombin die Katze auf ihrem Beifahrersitz platziert hatte, kletterte diese über das Handschuhfach in das Innere der Verkleidung. Verzweifelt wandte sich Trombin an die nächste Autowerkstatt. Die Mechaniker konnten das Tier jedoch nicht finden.

In dem Glauben, dass die Katze eventuell entwischt sein konnte, fuhr Nadia Trombin zunächst zu ihrer Arbeitsstelle. Doch nach Feierabend meldete sich ihr kleiner Fahrgast auf dem Rückweg mit Geräuschen im Bereich unterhalb des Lenkrads. Sofort alarmierte die Lehrerin die Feuerwehr – gegen 21.15 Uhr.

„Die eintreffenden Einsatzkräfte zerlegten das Fahrzeug Stück für Stück und bauten Verkleidungsteile und Elektronik aus“, so Einsatzleiter Albert Lehmann. Die Katze aber versteckte sich immer tiefer in den Eingeweiden des Autos und ließ sich über drei Stunden lang nicht aus dem Fahrzeug locken. Mittlerweile halfen auch Trombins Kinder, die kurz zuvor gekommen waren um ihrer Mutter beizustehen, bei der Bergung des Tieres.

 

Jedoch erst mit dem Einsatz von Pressluft, die die Feuerwehrleute in die Ritzen der Konstruktion bliesen, konnte die Katze aus seinem Versteck in einer verzweigten Ecke des Armaturenbretts gejagt werden. Die Retter ergriffen das Tier sogleich und bugsierten es in einen Karton mit Luftlöchern. 

Doch als die sichtlich geschafften Feuerwehrmänner ankündigten, dass Kätzchen ins Tierheim bringen zu wollen, griffen Trombin und ihre Kinder beherzt ein. „Die Katze hat so viel mitgemacht heute“, so die Familie. „Aus diesem Grunde nehmen wir sie an uns und werden sie behalten.“