Evangelische Jugendhilfe Godesheim

Festakt zum 125-jährigen Bestehen im Uniclub

BAD GODESBERG. Erst der Gottesdienst, dann der Empfang. So sah gestern das Festprogramm anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Godesheim aus. Nach dem Gottesdienst in der Schlosskirche kamen Gastgeber und Besucher im Bonner Universitätsclub zusammen.

Dort begrüßte Klaus Kohl, Aufsichtsratsvorsitzender der Evangelischen Axenfeld Gesellschaft, die geladenen Gäste. Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch sowie Bad Godesbergs Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann sprachen einige Grußworte, ebenso Eberhard Kenntner, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, Maria Loheide von der Diakonie Deutschland sowie Helga Siemens-Weibring, die für die Geschäftsbereichsleitung Rheinland-Westfalen-Lippe zuständig ist.

Einen dialogischen Festvortrag hielten Peter Schneemelcher, Vorstandsvorsitzender der Julius Axenfeld Stiftung, und Klaus Graf, Leiter und Geschäftsführer der evangelischen Jugendhilfe Godesheim.

Sie gingen auf die Geschichte und die wesentlichen Entwicklungslinien des Godesheimes ein. Wichtig sei es, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Die Jugendhilfe habe im Laufe der Jahre eine völlig neue Verantwortung bekommen. Kinder und Jugendliche wüchsen heutzutage immer mehr mit der Unterstützung öffentlicher Hilfseinrichtungen auf, so dass die Jugendhilfe nun in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Insbesondere stellten die Schlagworte "Inklusion" und "Macht", sowie "Machtmissbrauch" die Jugendhilfe vor ungeahnte Herausforderungen. Klaus Graf vertrat die Ansicht, dass "Vielfalt als Bereicherung" verstanden werden müsse. So spiele in der ehemals rein christlich geprägten Einrichtung die Religion der betreuten Kinder heute keine Rolle mehr.

Was sich im Laufe der Jahre nicht geändert habe, sind die Tatkraft und der Wille, Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Verabschiedet wurde gestern Christa Freifrau von Wangenheim, die 25 Jahre in der Axenfeld Gesellschaft tätig war.

Auch sie blickte auf die vergangenen Jahre zurück und erinnerte sich gerne an die Begegnungen, die sie erleben konnte. Abschließend spielte "The Voice Projekt" von der evangelischen Jugendhilfe Godesheim und stellte zwei selbst geschriebene Stücke zum Thema Gewalt und Drogen vor. Ihre musikalisch verarbeiteten Erfahrungsberichte zeugten ebenfalls vom Wert der sozialen und pädagogischen Arbeit.

Godesheim in Zahlen

Seit mehr als 125 Jahren bietet das Godesheim in Not geratenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien Hilfen zur Erziehung. Über die Jahrzehnte hat sich da viel verändert. Das Godesheim ist heute ein moderner, fachlich und regional weit verzweigter Kinder- und Jugendhilfeverbund, in dem 500 bis 600 Kinder, Jugendliche und Familien betreut werden. Permanent finden 250 Kinder und Jugendliche stationär und teilstationär ein Zuhause; davon leben 70 auf dem alten Stammgelände in Godesberg, alle anderen in Außenstellen im Großraum Bonn, Rhein-Sieg, Köln. Ambulant begleitet werden 120 Kinder, Jugendliche und Familien in Bonn, dazu mehr als 150 Kinder und Jugendliche bei verschiedenen Projekten betreut. Mehr: www.godesheim.de.