Minigolf in Bad Godesberg

Faszination Minigolf

Kreativität ist beim Minigolf gefragt – das gilt für die Schlagtechnik und die Behandlung des Balls.

Kreativität ist beim Minigolf gefragt – das gilt für die Schlagtechnik und die Behandlung des Balls.

BAD GODESBERG. Am 50. Siebengebirgsturnier des MSC nehmen knapp 80 Spieler teil. Mit dabei ist auch der amtierende Weltmeister Achim Braungart Zink aus Niederkassel.

Für den aus Köln angereisten Minigolfer Willi Peffer gehört die Minigolf-Anlage an der Marienforster Promenade „zu den schönsten ihrer Art in der gesamten Region“. Das sahen die knapp 80 Teilnehmer des 50. Siebengebirgsturniers, das der Minigolf-Club Bad Godesberg (MSC) gestern in der Freizeitanlage Marienforst veranstaltete, vermutlich ähnlich.

Aus der gesamten Region beziehungsweise einem Umkreis von rund 150 Kilometern waren die Minigolfer angereist, um beim großen Freundschaftsturnier der Godesberger Veranstalter mitzuwirken. „Das heutige Turnier ist sozusagen der Saisonstart für uns“, sagte Ralf Brunner, Erster Vorsitzender des MSC. „In drei Wochen haben wir dann hier das erste Meisterschaftsturnier.“ Immerhin spielt die erste Mannschaft des Vereins in der dritten Bundesliga und ist damit fester Bestandteil des Ligabetriebs.

Gestern ging es aber vor allem um den Spaß an der Freud, unterteilt in Einzel- und Mannschaftswertungen. Mit dabei war auch der amtierende Weltmeister Achim Braungart Zink aus Niederkassel. Der 34-jährige Spieler, der beim Bundesligisten SGA Darmstadt spielt, kommt häufig zum Trainieren nach Godesberg – und zu dem ein oder anderen Turnier. Die Faszination dieses Sports liegt für ihn „vor allem in der Kreativität, die ich hier in verschiedenen Bereichen brauche, um Erfolg zu haben. Das gilt für die Schlagtechnik wie für die Behandlung des Balls.“

Apropos Ball. Gespielt wird mit vielen verschiedenen Bällen. „Deshalb hat so mancher Minigolfer durchaus mal 200 Bälle zu Hause“, so Brunner. „Aber im Prinzip kommt jeder auch mit etwa zehn Bällen ganz gut klar“, ergänzt Geschäftsführer Sebastian von Block. Wichtig ist den Vereinsoberen, den Spaß am Minigolf auch an die jüngere Generation weiterzugeben. Jeden Dienstag ist ab 18 Uhr Clubabend samt Schnuppertraining.

Bereits seit 40 Jahren im Verein ist Heinz-Josef Arenz, der gestern zu den dienstältesten Spielern auf der Anlage gehörte. Der Godesberger kommt regelmäßig zum Training. „Am Wochenende muss ich da schon früh raus, da der Platz in der Regel ab zehn Uhr belegt ist. Für mich ist der Verein im Laufe der Jahrzehnte zu einer Art Familie geworden.“

Seit 20 Jahren wird die Anlage von der Familie Trimborn betrieben, die sie vor wenigen Tagen wieder geöffnet hat. „Es ist natürlich ein Saisongeschäft und sehr vom Wetter abhängig“, erzählte Alfred Trimborn, dessen Schwiegereltern die Anlage einst gehörte. „Es werden immer weniger Anlagen in Deutschland“, berichtete Trimborn. Die Perspektiven für die Anlage an der Marienforster Promenade aber sind positiv: „So wie es aussieht, werden wohl meine Kinder hier weitermachen“, so Trimborn, der den besonderen Charakter für Familienausflüge herausstellte: „Wo kann man heute noch für 20 Euro einen Sonntagnachmittag mit Sport und Verpflegung verbringen?“

Übrigens: Auch ein Weltmeister trifft nicht gleich beim ersten Schlag das Loch, wie Braungart Zink bewies. „Der Rekord bei unserer Anlage “, so Ralf Brunner, „liegt bei 20 Schlägen für die insgesamt 18 Bahnen.“