Eine-Welt-Laden auf dem Heiderhof

Fairer Handel als Erfolgsgeschichte

Im Eine-Welt-Laden in der Immanuelkirche arbeiten (von links) Joachim Schick, Hildegard Walbröl und Maria Nyssen. FOTO: RONALD FRIESE

Im Eine-Welt-Laden in der Immanuelkirche arbeiten (von links) Joachim Schick, Hildegard Walbröl und Maria Nyssen.

HEIDERHOF. Bei Joachim Schick und seinen Helfern können die Fairtrade-Sektkorken knallen: Seit genau fünf Jahren betreibt das ökumenische ehrenamtliche Team seinen Eine-Welt-Laden Heiderhof.

"Fünf Jahre verkaufen wir mit wöchentlicher Präsenz an den Kirchtürmen der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde und der katholischen Pfarrei St. Martin und Severin fair gehandelte Waren, und zwar aus einem einzigen Schrank, aus vielen Kisten und Kästen sowie an zwei Kiosken", berichtet Schick, der als Lehrer am Pädagogium arbeitet.

Seit fünf Jahren betreibe man Bewusstseinsbildung für den fairen Handel in der Kirche, "wo er herkommt und wohin er wieder gehört", so Schick. Ebenso lange machten regelmäßige Aktionen Jung und Alt mit allen Sinnen auf das Anliegen der Bewahrung der Schöpfung aufmerksam. "Wir sind damit vorrangig in der kirchlichen Öffentlichkeit als praktizierte Ökumene und weltkirchliches Engagement präsent."

Im Herbst 2010 hatte der Katholik Schick den Laden von seiner evangelischen Vorgängerin Helga Gordziel übernommen. Die war über viele Jahre im Foyer der Heiderhofer Immanuelkirche mit Kaffee, Tee, Schokolade und Weihnachtsdekoration aus fairem Handel eine Instanz gewesen.

Sortiment um Nicht-Essbares erweitert

Der Unterschied heute: Die ökumenische Nachfolge hat das Sortiment besonders um Nicht-Essbares erweitert und handelt sozusagen mit einem Laden auf Rädern, verkauft ihre Fairtrade-Produkte also an verschiedenen evangelischen und katholischen Kirchen im Süden Bad Godesbergs. Man beteiligt sich an Lesungen, Konzertveranstaltungen und Kirchenfesten. "Stell dir vor, du bist gut und tust Gutes - und keiner weiß es", nennt Schick, ein freundlich bescheidener Zeitgenosse, sein Motto.

Was dann doch eine glatte Untertreibung ist: Die Unterstützung des fairen Handels ist durch die intensive Präsenz des Teams, etwa auch bei der Muffenale, als unverzichtbarer Teil christlichen Handelns in vielen Köpfen verankert worden. "Ja, unser Laden ist schon eine Erfolgsgeschichte", gibt der Initiator zu.

Die praktische Solidarität mit Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern sei durch die Aufklärungsarbeit unter den hiesigen Kirchtürmen sicher gewachsen. Vielleicht führe das fünfjährige Bestehen ja nun dazu, dass man nicht nur mehr Kunden, sondern auch freiwillige Mitarbeiter gewinnen könne. "Eins ist bei uns auf jeden Fall sicher: Unser Gewinn fließt zu 100 Prozent in die Entwicklungsarbeit zurück."

Info

Feste Öffnungszeiten des Eine-Welt-Ladens gibt es in der Immanuelkirche, Tulpenbaumweg 2, montags, donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 18 Uhr. Kontakt per E-Mail an joachim001schick@gmail.com.