Musik im Park (MIP)

Fünf kostenlose Konzerte im Bad Godesberger Stadtpark

Milene mit Saxofonist Sergii Chernenko und Gitarrist Niklas Scharge auf der Bühne in Aktion. Sie tritt am 30. Mai im Stadtpark auf.

Milene mit Saxofonist Sergii Chernenko und Gitarrist Niklas Scharge auf der Bühne in Aktion. Sie tritt am 30. Mai im Stadtpark auf.

Bas Godesberg. Es gibt einen neuen Anlauf zur Wiederbelebung der Musik im Park (MIP) – organisiert vom Verein Bürger.Bad.Godesberg. Es gibt insgesamt fünf Termine in Bad Godesberg. Die Musiker interpretieren Beatles-Songs neu.

„Über viele Jahre waren die kostenfreien Musikkonzerte eine Institution im Stadtpark“, sagt Organisatorin Sabine Köhne-Kayser, die auch die Programme und Flyer entworfen hat. „Überraschend schnell haben sich fünf Bad Godesberger Bands gefunden, die gemeinsam mit uns das Premierenjahr gestalten möchten.“ Es gibt insgesamt fünf Termine, die kostenlosen Konzerte beginnen immer mittwochs um 19 Uhr. Die Besucher können picknicken und im Pavillon Getränke kaufen. Falls es mal regnet, bietet er Schutz, sodass nichts ausfallen muss. Am Ende geht zugunsten der Gruppen der Hut rum.

„Wir interpretieren die Beatles-Songs neu“, sagt Gitarrist Uwe Arenz und verspricht für den Auftritt am Mittwoch, 23. Mai, eine jazzige Hommage an das mittlerweile 50 Jahre alte Werk der Fab Four. Das White Album Project will seine Zuhörer mit unerwarteten Klängen und vielen Varianten überraschen. Eigenwilligen Pop-Soulsound mit Einflüssen von Funk und Jazz bietet eine alte Bekannte, obwohl sie gerade erst 21 Jahre alt ist: Ex-Päda-Schülerin Milene (Weigert) war früh im Geschäft, trat bereits mit Klaus Doldinger und Fools Garden auf. In den Kurpark kommt sie mit ihrer Band am 30. Mai. „Milenes Texte sind hochqualitativ“, sagt Udo Lindenberg über die junge Musikerin, die mit ihren Liedern Bilder malt. Die beiden standen ebenfalls schon gemeinsam auf der Bühne.

Konzert des Jazzensembles der Beethoven-Musikschule

„An Evening with Jazz“ heißt es dann am 6. Juni mit den Jazzensembles der Beethoven-Musikschule, die im vergangenen Jahr mit dem WDR-Jazzpreis ausgezeichnet wurde. Seit 1985 erteilen renommierte Jazzmusiker aus Bonn und Köln Unterricht in den wesentlichen Instrumentalfächern, vermitteln die Grundlagen des Improvisierens und des Zusammenspiels in einem Ensemble. Bei der MIP werden Jazz, Blues, Fusion und Latin geboten.

Bei der Big Band des Amos-Comenius-Gymnasiums heißt es am 13. Juni „Almost Famous“. Das Ensemble formiert sich aus einem kompletten Saxofonsatz, der Reed Section bestehend aus Alt-, Tenor- und Baritonsaxofonen und der Brass Section mit ihren Trompeten und Posaunen. Die Rhythmusgruppe ist zusammengesetzt aus Klavier, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Percussionspielern. Zurzeit spielen 20 Schüler aus allen Jahrgangsstufen in der Band. Ergänzt wird sie durch musizierende Eltern.

Die Musik im Park 2018, die die Telekom und Volksbank unterstützen, endet am 20. Juni mit einem Bluesfestival. Als Lokalmatadore treten zunächst Baums Bluesbenders auf und bieten Country,- Westcoast- und Chicago-Blues, Rock'n'Roll und Slow-Blues. Leadgitarrist Norfried „Bill“ Baum und Bluesharp-Spezialist Uwe Placke wechseln sich gekonnt bei Gesang und Instrumentalsoli ab. Danach geht es weiter mit der Elderstatesmen Band: Der bluesig sonore Gesang wird getragen von Rhythmus-, Sologitarre, Bass und Drums. Ergänzt von Bluesharp und Posaune, entwickelt die Band einen unverwechselbaren Sound.

Erinnerungen an Musik im Park von früher

„Die Musik im Park war immer schön und hatte ein tolles Ambiente“, erinnert sich Benjamin Knüpling, der Ende der 90er öfter in den Kurpark kam. „Ich habe mich mehr für die kleinen Bands interessiert. Ich fand die Underdogs ganz gut, dass die kleinen lokalen Bands einen Raum für sich hatten.“ Der Godesberger freut sich auf die neue MIP, jede Bereicherung für den Stadtbezirk sei positiv.

Letzter MIP-Veranstalter war 2012 Martin J. Nötzel, der damals bereits mit Ernst Ludwig Hartz den Kunst!Rasen am Post Tower auf den Weg brachte. Jede Musik im Park habe 1500 Euro gekostet, was die Einnahmen nicht gedeckt hätten, sagt Nötzel zum damaligen Ausstieg. Es sei witzlos, „wenn man immer wieder die Party für alle organisiert, aus eigenen Mitteln finanziert und dann nichts an Unterstützung kommt außer warmen Worten“. Mittlerweile habe er eine kleine Bühne samt Musikanlage und Zugriff auf ein Netzwerk mit gut 200 Akteuren aus der Kunst!Rasen-Szene. Nötzel kann sich vorstellen, „Musik im Park wieder zu unterstützen“.