Mondorfer Lux-Werft

Fährbetrieb in privater Hand

Unter neuer Führung: Am Ruder der Autoschnellfähre stehen zwar dieselben Fährleute, der Betrieb ist jedoch von der städtischen Gesellschaft auf die Lux-Werft übergegangen.

BAD GODESBERG. Mit einem Überraschungscoup gehen die Betreiber der Fähre zwischen Niederdollendorf und Bad Godesberg in die Sommerferien. Nachdem eine Übernahme des Betriebs durch die Stadtwerke Bonn vor geraumer Zeit in langwierigen kommunalpolitischen Debatten gescheitert war, steht der Fährbetrieb seit dem 1. Juli nun doch auf völlig neuen Füßen.

Die Fährgesellschaft ASF GmbH, eine Tochter der Städte Bonn (75 Prozent Anteil) und Königswinter (25 Prozent), hat den Fährbetrieb an die Lux-Werft mit Sitz in Mondorf verpachtet. Zugleich wurden beide Fährschiffe an die Werft verkauft.

Für Mitarbeiter und Fahrgäste soll sich allerdings nichts ändern, wie ASF-Geschäftsführer Uwe-Karsten Staeck am Dienstag auf Anfrage des General-Anzeigers versicherte. Die Aspekte der Umstrukturierung im Einzelnen:

  • Vorgeschichte: Seit geraumer Zeit hat die Fährgesellschaft mit Investitionsstau an den beiden Fährschiffen, der "Konrad-Adenauer" aus dem Jahr 1967 und der um ein Jahr älteren "Sankt Christophorus II", zu kämpfen. Der Kauf eines neuen Fährschiffes wurde zuletzt mit dreieinhalb Millionen Euro veranschlagt. Die jüngste Schiffsuntersuchungskommission (SUK), vergleichbar dem TÜV bei Autos, schlug für die "Konrad Adenauer" mit 500 000 Euro zu Buche. Während die Kooperation mit den Stadtwerken dem Vernehmen nach auch an der Frage gescheitert ist, in welchem Umfang der Betreiber für die Instandhaltung der Schiffe geradesteht, intensivierte sich während der jüngsten Reparaturarbeiten der Kontakt zur Lux-Werft, deren Geschäftsführung eines Tages Interesse an der Übernahme des Fährbetriebs erkennen ließ. Den Aufwand durch die SUK an der "Konrad-Adenauer" hat bereits die Lux-Werft übernommen.
     
  • Folgen für die Fahrgäste: "Für die Fahrgäste ändert sich nichts", sagt Geschäftsführer Uwe-Karsten Staeck. Weder für Fahrpreise noch für Betriebszeiten seien Veränderungen zu erwarten. Per Vertrag sei die Lux-Werft dazu verpflichtet worden, weiterhin zwei Schiffe in Betrieb zu halten. Sollte die Werft eine Ausdünnung der Fahrtzeiten oder eine Erhöhung der Fahrpreistarife in Erwägung ziehen, so müsste dies mit den Gesellschaftern in Bonn und Königswinter abgestimmt werden.
     
  • Folgen für die Mitarbeiter: Die zwölf Mitarbeiter werden durch den Betriebsübergang vollumfänglich und bei gleichen Bezügen von der Lux-Werft übernommen. Als Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes wurde für sie in eine Zusatzversorgungskasse eingezahlt. Diese Beitragszahlungen übernimmt weiterhin die ASF GmbH und finanziert sie mit dem Erlös aus dem Verkauf der beiden Fährschiffe, deren Zeitwert Geschäftsführer Staeck mit dem Wort "überschaubar" umschreibt. "Somit entstehen der öffentlichen Hand keine Mehrkosten", sagt Staeck. Er selbst bleibe vorerst Geschäftsführer der GmbH, die als "Hülle" weiterbestehe, um im Bedarfsfall jederzeit die Geschäfte weiterführen zu können.
     
  • Vertragsdetails: Der Pachtvertrag ist über 20 Jahre ausgestellt und enthält überdies eine Option auf Verlängerung. Zugleich gilt ein Heimfallrecht: Sollte die Lux-Werft nicht mehr in der Lage sein, den Betrieb der Fährgesellschaft aufrechtzuerhalten, geht dieser an die Eigentümer zurück.