Feier in Pennenfeld

Evangelische Johannes-Kirchengemeinde wird 50

Ein Foto aus der Zeit kurz nach der Fertigstellung 1962: Die Johanneskirche fällt durch den frei stehenden Turm auf. Repro: GA

BAD GODESBERG. Diesen Sonntag wird in der evangelischen Johanneskirche mal nicht über den Sanierungsstau ihrer vier Kirchen gegrübelt, sondern gefeiert. 50 Jahre dieses wuchtig-kraftvollen Gotteshauses im vormals neuen Ortsteil Pennenfeld gilt es ab 10.30 Uhr in einem Familiengottesdienst mit Chormusik zu begehen.

Danach trifft sich die 4700-Mitglieder-Gemeinde zum Essen, Singen und Rückblick mit Fotos und Zeitzeugen. Ein halbes Jahrhundert dieser architektonischen Version des Martin-Luther-Lieds "Ein feste Burg ist unser Gott" ist zu würdigen. Wehrhaft steht der von Trude Cornelius entworfene Gottesbau mit dem frei stehenden Turm seit dem 8. Juli 1962 gegenüber dem evangelischen Amos-Comenius-Gymnasium.

Wobei Cornelius die Kirche durchaus dynamisch spannungsvoll zu gestalten wusste: mit Verschieben der Geraden und vertikaler Überhöhung des Mittelschiffs, mit filigraner Gitterstruktur und einem mächtigen Glasfenster, durch das die reale Welt blau-grün-grau-rot auf die ansonsten kahlen Wände in die Gottesdienste hineinzustrahlen pflegt.

"Vor allem wegen dieses künstlerisch eigenwilligen Altarraums im fünfeckigen Grundriss, der die Offenbarung des Johannes theologisch gestaltet, wurde diese Kirche zum Denkmal erklärt", sagt Presbyter Hans-Georg Kercher, der am Festtag durch seine Herzenskirche führen wird. Die Bauherrn hätten bei der Gestaltung ständig die Heilige Schrift als Leitfaden vor sich liegen gehabt.

"Nicht zufällig liegt seitdem auf dem Altar immer die aufgeschlagene Bibel", so Kercher. Er hat sich seit 2007 ungemein für die Johanneskirche eingesetzt. Auch wenn sie den Kirchbaumeistern der Gemeinde eigentlich von Anfang an die meisten Nerven raubte. Wegen Baufälligkeit darf etwa seit Jahren im Turm nur eine der vier Glocken geläutet werden.

Deshalb hatte bei Diskussionen, wie die Gemeinde künftig den Erhalt ihrer Bauten finanzieren wollen, die als am sanierungsbedürftigsten eingeschätzte Johanneskirche die schlechtesten Karten besessen. Sogar von einem Abriss und Neuaufbau in kleinerer Form war die Rede. Besonders die Kirchenmusik musste um ihren repräsentativsten 350-Zuhörer fassenden Raum fürchten. Da schob das aktuelle Gutachten der Oberen Denkmalschutzbehörde zur Freude Kerchers und vieler weiterer Unterstützer diesen Planungen einen Riegel vor: Luthers steinerne Botschaft ist seither als Denkmal unangreifbar.