Bundesamt für Naturschutz

Esprit-Gründer Doug Tompkins stellte seine argentinische Farm vor

BAD GODESBERG. Landschaften wie gemalt: Der Gründer von Esprit und North Face, Doug Tompkins, stellt im Bundesamt für Naturschutz seine argentinische Farm vor. Tompkins widmet sich seit dem Verkauf seiner Unternehmen ganz dem Naturschutz und der biologischen Vielfalt.

Doug Tompkins würde heute alles anders machen und gleich Bio-Bauer werden. Der US-Amerikaner, selbst Weltenbummler und begeisterter Sportler, hatte zunächst zwei erfolgreiche Modekonzerne gegründet: North Face und Esprit.

Seit dem Verkauf der Unternehmen vor rund 20 Jahren engagiert er sich gemeinsam mit seiner Frau für Naturschutz und biologische Vielfalt. Wer die geschwungenen Felder seiner Farmen in Argentinien betrachtet, sieht, dass auch hier die Ästhetik nicht zu kurz kommt. Die bunten Felder wirken fast wie ein abstraktes Stoffmuster.

Für Tompkins sind seine Traktorfahrer zugleich "Landschaftsmaler", die "Picassos" in die Landschaft setzen. Im Bundesamt für Naturschutz in Bad Godesberg sprach Tompkins gestern bei einem Kolloquium über seine Arbeit. Mit der Bonner Behörde und den Zuhörern aus internationalen Organisationen verbindet ihn der Einsatz für Artenschutz weltweit.

Der Unternehmer hat inzwischen mehr als eine Million Hektar Land in Argentinien und Chile gekauft, um sie in Nationalparks umzuwandeln. Der Schlüssel zu einer ökologischen und sozialen Wende liegt für Tompkins jedoch in der Landwirtschaft, da sie den größten Einfluss auf Landschaft, Wasser und Klima habe. Wer zu Tompkins Farm "Laguna Blanca" am Fluss Paraná fährt, muss an industriellen Monokulturen vorbei, die nur mit dem Einsatz von viel Chemie funktionieren.

Tompkins selbst kauft abgewirtschaftete Farmen auf, um die Landschaft zu heilen. Was auf den ersten Blick wie Kunst aussieht, ist Ergebnis sorgfältiger Anbautechnik. Beispiel Laguna Blanca: Zunächst wurden Terrassen angelegt, um die Erosion zu bekämpfen.

1700 Hektar der insgesamt 3000 Hektar großen Farm werden bebaut. Die übrige Fläche dient dazu, die Vielfalt heimischer Pflanzen und Tiere zu erhalten. Außerdem funktionieren diese Streifen als Barrieren gegen Schädlinge.

Auf Tompkins' Farm gibt es nicht nur Hühner, Schafe und Bienenstöcke. Neun Sorten Getreide werden angebaut, dazu Hülsenfrüchte, verschiedene Sorten Obst und Nüsse. Warum er seine Unternehmen nicht behalten habe, um noch mehr Gewinn zu machen, wollte ein Zuhörer wissen. "Ich bin jetzt viel reicher", sagte Doug Tompkins.