Runder Tisch

Erste Flüchtlingsunterkünfte schließen Ende 2016

BAD GODESBERG. Bei der jüngsten Sitzung ging es außerdem um Spracherwerb, Arbeitsmarkt und Gesundheit.

Die ersten Flüchtlingsunterkünfte in Bad Godesberg sollen Ende des Jahres geschlossen werden. Dazu gehört unter anderem die Michaelschule. Auch die Unterbringung in Hotels soll minimiert werden. Das teilte Nils Reinartz von der Stadt bei der Sitzung des "Runden Tischs Flüchtlingshilfe Bad Godesberg" mit.

Das Ziel sei eine ausgeglichenere Verteilung der Flüchtlinge auf die Stadtbezirke. Reinartz habe angegeben, dass zwar die Zahl der Flüchtlinge in Godesberg wieder ansteige, wenn die Unterkunft an der Koblenzer Straße Anfang 2017 eröffne, "jedoch nicht über den heutigen Stand", heißt es in einer Mitteilung des Runden Tischs.

Anwesend waren auch die verschiedenen Akteure, die ihre Arbeit vorstellten und Bilanz zogen. Einige Flüchtlinge seien schon sehr weit, hätten ihr Asylverfahren abgeschlossen, eine Wohnung gefunden, Deutsch gelernt und Aussichten auf einen Arbeitsplatz, so Dechant Wolfgang Picken, Gründer des Runden Tischs.

Das ziehe neue Aufgaben nach sich wie die Berufsberatung und die Vermittlung von Praktika. Doch es gebe auch das Gegenteil, wenn beispielsweise der Spracherwerb schwer fällt. "Hier gilt es, die Motivation zu stärken und einen Rückzug in eine Parallelgesellschaft zu verhindern."

Die städtische Integrationsbeauftragte Coletta Manemann wies auf anstehende Herausforderungen durch den erwarteten Abschluss vieler Asylverfahren hin. So rechnet die Stadt damit, dass demnächst bis zur 600 Flüchtlinge einen Ablehnungsbescheid erhalten. "Das wird auch eine Menge Frust und Enttäuschung hervorrufen", so Manemann.

Diesem Thema will sich der Runde Tisch in seiner nächsten Sitzung besonders annehmen, und zum Beispiel über Möglichkeiten der Begleitung von ausreisepflichtigen Flüchtlingen beraten. Weiterhin wurde entschieden, den Schwerpunkt Spracherwerb durch "Integration auf den Arbeitsmarkt" zu ergänzen.

Außerdem wurde über Fragen der Gesundheit gesprochen. "Es gibt vor allem im Bereich der Prävention noch riesigen Bedarf", so Benjamin Kalkum, Koordinator des Runden Tischs. So soll zum Beispiel über Impfungen informiert werden.

Daneben wurde die Petition des Arbeitskreises Migration vorgestellt, die eine bessere Regelung für die Übernahme von Dolmetscherkosten bei der Therapie von traumatisierten Flüchtlingen fordert. Der Runde Tisch unterstützt dies. (ga)