Spende an Bürgerstiftung

Erbe sichert Kita-Betrieb in Plittersdorf

Alles nagelneu: Die Mädchen und Jungen der Kita St. Georg freuen sich auf die Einweihung des Himmelreiches im Dachgeschoss.

Alles nagelneu: Die Mädchen und Jungen der Kita St. Georg freuen sich auf die Einweihung des Himmelreiches im Dachgeschoss.

Plittersdorf. Die Familie des Remagener Unternehmers Walter Möhren zahlt nach seinem Tod jährlich 50.000 Euro für die Kita St. Georg. Mit der Spende wird nun ein neuer, religionspädagogischer Raum ausgestattet - das Himmelreich.

Das Golfturnier der Bürgerstiftung Rheinviertel hat der Kindertagesstätte Sankt Georg einen Geldsegen eingebracht. Denn da entschied sich der Remagener Unternehmer Walter Möhren, die Kita mit 50.000 Euro zu unterstützen – nicht nur einmal, sondern jedes Jahr. Auch wenn er mittlerweile gestorben ist, wurde sein Geschenk nun Wirklichkeit. So wird die Einrichtung jetzt nicht nur nach ihm benannt. Am Sonntag wird dort auch ein neuer religionspädagogischer Raum eingeweiht: das Himmelreich.

Ab diesem Kindergartenjahr finanziert die Familie Möhren (Firma Poli-Tape Klebefolien) den Trägeranteil, den die Stiftung jährlich für den dreigruppigen Kindergarten aufbringen muss. Sie ermögliche damit den nachhaltigen Betrieb, sagt der Stiftungsvorsitzende, Pfarrer Wolfgang Picken. „Auch fördert sie damit unser umfangreiches Bemühen um eine qualitativ hochwertige pädagogische Begleitung unserer Kleinen und eine Unterstützung der jungen Familien.“ Die nachhaltige Förderzusage sei zugleich „Ausdruck einer vorbildlichen Wahrnehmung von Sozialverantwortung“.

Das in Plittersdorf gesparte Geld will die Stiftung in Projekte wie den Beratungs- und Förderdienst oder die Hospizarbeit stecken. „Hier wachsen die Ausgaben“, sagt Picken und hofft auf andere Familien und Unternehmen als Nachahmer: „So könnten weitere Pilotprojekte in der sozialen Landschaft entstehen und das Netzwerk des solidarischen Miteinanders weiterentwickelt werden, das durch staatliche Leistungen alleine nicht realisiert werden kann.“

Der Pfarrer und Möhren begegneten sich das erste Mal beim Golfturnier 2016. „Er hatte die Arbeit und die Projekte der Stiftung offensichtlich seit Längerem intensiv beobachtet und war spürbar begeistert von ihrem großen Engagement und zudem von der Dynamik der zwölfjährigen Stiftungsgeschichte“, so der Vorsitzende. Kurz bevor es zu einer zweiten Begegnung kommen sollte, war Walter Möhren im Dezember 2016 unerwartet gestorben. Die Familie entschied sich, seinen Willen umzusetzen. Die Wahl fiel auf die Förderung der Kita St. Georg, weil Walter Möhren eine große Liebe zu Kindern hatte und ihm die gute Ausbildung junger Menschen am Herzen lag. So wird der Kindergarten am Sonntag nun als bleibendes Andenken in Walter-Möhren-Kindertagesstätte von St. Georg umbenannt. Zum Festtag gehört eine Messe ab 11 Uhr in St. Evergislus, Hardtstraße 16. Anschließend ziehen die Gottesdienstbesucher zur Kreisauer Straße, um das neue Namensschild zu enthüllen.

Hoch geht es dann auch ins lichtdurchflutete Himmelreich, früher ein einfacher Speicher. Der Raum wird künftig für religionspädagogische Erziehung genutzt. Das Dach hatte die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG als Hauseigentümerin ausgebaut. Dazu gehören auch ein neues Leitungsbüro und ein Mitarbeiterraum. Picken dankt dabei nicht nur der Vebowag, sondern auch wieder der Familie Möhren, die die Ausstattung des Dachgeschosses finanziert hat.

Der 2006 gegründete Kindergarten mit künstlerisch-kreativer Ausrichtung unter Leitung von Heike Dohm-Acker hat elf Mitarbeiter. Zu den zwei Gruppen mit unter Dreijährigen gehören je zehn Kinder. Die 20 älteren Kinder sind in einer Gruppe untergebracht.