Bahnhof Bad Godesberg

Ende 2014 soll die Sanierung beginnen

Mühsam: Wer von der U-Bahn in den Zug umsteigen will, der muss erst die Treppe hinauf.

BAD GODESBERG. Auch wenn die Ankündigung inzwischen vermehrt ein süffisantes Schmunzeln erzeugt - die Deutsche Bahn (DB) will mit der seit mehr als zehn Jahren diskutierten Sanierung des Bahnhofs Bad Godesberg Ende 2014 tatsächlich beginnen. Doch in die verhaltene Vorfreude mischt sich schon Verdruss.

Grund: Ebenso wenig wie Toiletten ist auch in Zukunft keine unterirdische Verbindung zwischen U-Bahn und DB-Bahnsteigen geplant. Deshalb hat sich jetzt die Gruppe Verkehrsforum Bonner Bürgerinitiativen zu Wort gemeldet. Sie ist der Überzeugung, dass eine Fußgängerverbindung im Sinne vieler Fahrgäste wäre.

Wer nämlich in Bad Godesberg von der U-Bahn in die Eisenbahn umsteigen will, der muss sich zunächst aus der Stadtbahnstation an die Oberfläche bewegen, um dann - abermals über Treppen - durch die Bahnhofsunterführung zu den Zügen zu gelangen.

Ganz neu ist das Thema indes nicht: Bereits als die Tieflegung der Straßenbahn in Bad Godesberg geplant und gebaut wurde, hatten Bürgerinitiativen eine direkte Verbindung zwischen dem U-Bahnhof und den DB-Bahnsteigen gefordert. "Dieser Vorschlag wurde damals abgelehnt, weil es sich um zwei verschiedene Systeme handele, die nichts miteinander zu tun hätten", erinnert sich Ilse Maresch, Sprecherin der Bürgerinitiativen.

Inzwischen aber hätten sich die Verhältnisse geändert: "DB, SWB und alle Verkehrsunternehmen des VRS kooperieren miteinander, erkennen gemeinsame Fahrscheine an und stimmen die Fahrpläne aufeinander ab", sagt die Initiatorin und ergänzt: "Die langen Wege treppauf, treppab, die heute den Fahrgästen von DB und U-Bahn zugemutet werden, wenn sie von einem Verkehrsträger zum anderen umsteigen wollen, sind ausgesprochen fahrgastunfreundlich. Das gilt besonders, wenn die Rolltreppen stillstehen".

Ihr Vorschlag: Mittels eines Durchstichs im Zwischengeschoss des südlichen U-Bahn-Ausgangs könnte mit relativ geringem Aufwand eine Verbindung zu den Bahnsteigen des Bahnhofs Bad Godesberg geschaffen werden.

Als Vorbild führt die Initiative den Bonner Hauptbahnhof an, wo ebenfalls erst nachträglich eine unterirdische Verbindung zwischen den Haltepunkten geschaffen wurde. "Warum sollte der Bahnhof in Bad Godesberg mit seinem hohen Fahrgastaufkommen nicht in gleicher Weise optimal ausgerüstet werden?", fragt Ilse Maresch.

Ein Vertreter der Bahn hatte hingegen noch zu Beginn des Jahres vor der Bezirksvertretung Bad Godesberg bekräftigt, dass ein solcher Verbindungsweg in den Sanierungsplänen für Bad Godesberg nicht enthalten sei.

Wie die Kommunalpolitik explizit zu dem Bürgerantrag steht, wird sich im selben Gremium erweisen. Dem inzwischen leidvoll erfahrenen Umstand, dass hinsichtlich des Bahnhofs Bad Godesberger die Uhren allgemein etwas langsamer laufen, scheint auch der vorgesehene Beratungstermin Rechnung zu tragen: Das Thema ist erst für die Septembersitzung anberaumt.