Volkshochschule zeigt Ausstellung

Eine unerwartete Kältewelle zerstörte die Ernte

Beschäftigen sich mit dem Thema "Wasserknappheit": Katharina Nordhorn und Claudio Zettel.

BAD GODESBERG. "Ende August säten wir Quinoa. Dann von September bis Mitte Oktober Kartoffeln. Und wir hatten eine sichere Ernte. Jetzt ist das nicht mehr so. Denn es kommt eine plötzliche Kältewelle, und die Pflanzen erfrieren", sagt Juanita aus einem kleinen Dorf im Andenhochland von Peru.

Sie ist nur eine Stimme von vielen Menschen, die in Lateinamerika bereits heute vom Klimawandel betroffen sind.

Das Thema, das nun auch in einer Ausstellung in der Bad Godesberger Volkshochschule aufgearbeitet wird, rief auch den Rhein-Sieg-Kreis auf den Plan, der anlässlich des Projektes "2 Grad mehr - na und? Klimaschutz auf lokaler Ebene als Bestandteil der Armutsbekämpfung" die sozialen Folgen des Klimawandels in Südamerika beleuchten will. Rund 500 000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren kostet das "Projekt für die Bewusstseinsbildung in Europa", berichtete Helmut Hoffmann, Leiter des Amtes für Technischen Umweltschutz beim Rhein-Sieg-Kreis in Siegburg.

Das Projekt wird auch von der Europäischen Union unterstützt. Gemeinsam mit Katharina Nordhorn vom Bonner Lateinamerika-Zentrum präsentierte er nun die neue Ausstellung. Bei der Vernissage, die man gemeinsam mit dem Bonner Ibero-Club veranstaltete, gaben sich auch die Musiker Miguel Garciá und Efrain Torres die Ehre, die die Filmmusik zu einem Projektfilm aus Peru geschrieben hatten. Thema: Wasserknappheit in Lima und die Anlage eines Parks in der Nähe der peruanischen Hauptstadt.

"Ziel muss es sein, die Kontakte zu diesen Ländern zu verbessern und zu erweitern, zum Beispiel auch auf universitärer Ebene", so Hoffmann. Beispiele dafür gibt es bereits. So engagiert sich die chilenische Universität von Talca in der Bildungsarbeit zum Klimaschutz und vermittelt bereits Kindern Klimatipps. Apropos Kinder. "Lehrer aufgepasst", sagte Claudio Zettel, Präsident des Ibero-Clubs, in diesem Zusammenhang und warb für das umfangreiche Material, das für Schulen in Bonn und der Region zum Thema Klimawandel zur Verfügung steht.

Dazu gehören eine Wanderausstellung für Jugendliche und Erwachsene, Workshops, Projekttage- und -wochen sowie Unterrichtsmaterialien für Schulen. Außerdem im Angebot: Vorträge und Diskussionsrunden für Erwachsene. Neben dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Lateinamerika-Zentrum gehört auch die Stadt Bonn zu den deutschen Projektpartnern.

 

"2 Grad mehr - na und?" ist bis zum 20. Dezember in den VHS-Räumen , Michaelplatz 5, zu sehen, ab 6. Januar dann im Kreishaus in Siegburg, Kaiser-Wilhelm-Platz 1. Weitere Informationen über das Projekt gibt es im Internet unter www.protect-the-climate.eu.