Eröffnung des One World Cafés im Hansa-Haus

Eine feste Anlaufstelle für die Jugend

Im neuen One World Café im Hansa-Haus werden Jugendliche auch Ansprechpartner vorfinden.

Im neuen One World Café im Hansa-Haus werden Jugendliche auch Ansprechpartner vorfinden.

Bad Godesberg. Der lang ersehnte Jugendtreff in der Bad Godesberger City ist endlich da. Am Freitag wurde im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik, Kirche, Verwaltung und Ehrenamt das One World Café im Hansa-Haus eröffnet, ab Samstag ist es für Jugendliche geöffnet.

"Und das nach langer Planung und Vorlaufzeit“, sagte Susanne Beckschwarte, Pädagogische Einrichtungsleiterin des Hermann-Josef-Hauses, das neben der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim Träger des One World Cafés ist.

Es ist das erste Mal, dass die katholische und die evangelische Einrichtung, die es beide seit mehr als 100 Jahren gibt, ein Projekt gemeinsam betreuen. Beide haben sich im Vorfeld auch mit muslimischen Vertretern zusammengesetzt, und eine positive Resonanz bekommen. So habe man beispielsweise einen guten Kontakt zum Haus der Generationen in Mehlem.

2009 gab es die ersten Gedanken, einen Jugendtreff in Bad Godesberg zu eröffnen, sagte Godesheim-Geschäftsführer Klaus Graf. Einen wichtigen Anstoß habe der Arbeitskreis Go Respekt gegeben.

2010 setzten sich die beiden Träger zusammen, schauten sich mit der damaligen Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann nach einer geeigneten Immobilie um. Auch die Stadt sei damals schon mit im Boot gewesen.

Hansa-Haus musste erst aufwendig saniert werden

Dennoch sollte es bis zur Eröffnung noch einige Jahre dauern. Der Grund: Das Hansa-Haus stand als Standort fest, musste aber aufwendig saniert werden. Deswegen entschloss man sich 2013, das Mobil ins Leben zu rufen – eigentlich als Übergangslösung.

Doch weil das Angebot so gut angenommen wird (siehe Kasten), wollte die Politik zweigleisig fahren und sprach sich dafür aus, das Mobil zu erhalten, wenn das Café eröffnet. Diesem Wunsch der Bezirksvertretung folgte Anfang Mai der Rat.

Bis Ende des Jahres wird das Angebot nun aus Spenden bezahlt, ab 2017 finanziert die Stadt die mobile Anlaufstelle. „Die Stadt hatte nicht vorgesehen, beide Angebote mitzufinanzieren“, sagte Udo Stein, Leiter des Jugendamtes. Doch dann habe die Politik anders entschieden, „und das ist gut so“. Natürlich gebe es kein Patentrezept, um junge Menschen zu erreichen, sagte Stein.

Kommen auch die problematischen Jugendlichen vorbei?

Auch die Frage, ob sich die bis zu 40 Jugendlichen, die die Polizei im Visier hat, angesprochen fühlten, könne man nicht beantworten. Aber der tragische Tod von Niklas P. zeige deutlich, wie wichtig präventive Jugendarbeit sei, so Beckschwarte. Offenheit, Partizipation und Freiwilligkeit seien die Säulen des Konzepts. „Jeder kann vorbeikommen, und zwar so oft er will und wann er will.“

Zudem sollten die Jugendlichen in die Planungen eingebunden werden und mitgestalten. Das hat schon bei der Namensgebung funktioniert. „Das Zwei-Welten-Thema spielte eine Rolle“, erinnerte sich Graf. Die Schüler aber hätten dargelegt, dass sie die beschriebenen „Zwei Welten“ in Godesberg nicht erleben. „Der Name One World war die Reaktion eines Jugendlichen darauf.“