Imperia-Ausstellung

Eine Weltmarke aus Bad Godesberg

Bad Godesberg. Ganz im Zeichen von Legenden und Leidenschaften „Made in Bad Godesberg“ steht das „Imperia-Festival“ mit seiner Motorrad- und Industrieausstellung, die am Mittwoch im Haus an der Redoute eröffnet wurde.

"Das ist doch mal eine coole Ausstellung hier“, freute sich Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke, die die Idee zu der Ausstellung im einstigen kurfürstlichen Theater hatte.

Vor zwei Jahren war sie bei der Eröffnung des deutschen Motorradmuseums in Einbeck zugegen, wo sie auch den Kurator der jetzigen Ausstellung, Andy Schwietzer, kennenlernte, einen der bedeutendsten Experten für deutsche Motorradgeschichte. „Vor allem junge Leute will ich für diese Ausstellung begeistern“, meinte Stein-Lücke. „Imperia ist eine ganz besondere Motorradmarke aus Bad Godesberg, die nicht nur durch modernes, sportliches Temperament, sondern auch durch kunstvolle Maßarbeit besticht.“

Dass es für die Realisierung solch einer besonderen Ausstellung mehrerer „Mütter und Väter“ bedarf, machte Martin Ammermüller, Vorsitzender des Godesberger Heimatvereins, deutlich. „Bei aller uns gemäßigten Bescheidenheit dürfen wir als Veranstalter feststellen, dass wir sozusagen den Grund für die Ausstellung gelegt haben. In unseren Heimatblättern haben wir die Forschungsergebnisse von Horst Heidermann zu der Entwicklung der Industrie im Badeort Godesberg vor zwei Jahren als Buch veröffentlicht“, so Ammermüller.

Und er verdeutlichte, warum es sich bei Imperia nicht um irgendein Unternehmen handelte: „Andere Industriewerke waren größer als Imperia und haben mehr Godesberger beschäftigt. Doch die Imperia-Motorräder übten eine besondere Faszination aus, weil Motorräder Mobilität und Freiheit verkörpern und schließlich den Namen Bad Godesberg in die Welt hinaus trugen. Wir sind stolz darauf, dieses Industriegut zum 90-jährigen Jubiläum mit einer faszinierenden Ausstellung würdigen zu können.“

„Bei Imperia wurde sehr flexibel und hochwertig produziert“, berichtete Kurator Schwietzer. „Es handelte sich ganz klar um Premium-Maßkonfektionen. Die Kunden bekamen ein sehr gediegenes, gleichzeitig sportliches, aktuelles und modernes Motorrad mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Schwietzer schätzte, dass bis 1934 „bis zu 20 000 Imperias produziert wurden.“ Etwa 300 hätten bis heute „überlebt.“

Unter den zahlreichen Besuchern, die gestern anlässlich der Eröffnung gekommen waren, befanden sich auch Horst Loof, Sohn des legendären Rennfahrers und Technikers Ernst Loof, der 1933, 1934 und 1935 Europameister und acht Mal Deutscher Meister wurde, sowie der Godesberger Werner Henk, dessen Vater Toni in seinem Fachgeschäft seit 1931 Imperias verkaufte.

Und er hatte ein Foto mitgebracht, das ihn 1950 auf einer Imperia 200 zeigte. „Die hat mein Vater damals mit einem Kunden gegen ein Fahrrad getauscht“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Die Ausstellung im Haus an der Redoute, Kurfürstenallee 1a, wird bis zum 16. Mai zu sehen sein. Motorrad-Liebhaber und Besucher können eine Auswahl der 14 bedeutendsten Imperia-Maschinen von Mittwoch bis Sonntag jeweils zwischen 14 und 18 Uhr besichtigen und erleben. Parallel dazu veranstaltet das Kinopolis ein Motorradfilmfestival. Start ist am kommenden Dienstag, 29. März, um 17.15 Uhr, mit dem legendären Streifen „Born to be wild“. Weitere Informationen zur der Ausstellung und über das Imperia-Festival gibt es im Internet auf www.imperia-festival.de