Schulkinowochen im Kinopolis Bonn

Eine Schulstunde in der Tiefsee

Dokumentarfilmerin Alexandra Sorgenicht (links) zeigte ihre Dokumentation aus der Arktis zusammen mit Meeresbiologin Frauke Bagusche und Moderatorin Renate Duckat.

Dokumentarfilmerin Alexandra Sorgenicht (links) zeigte ihre Dokumentation aus der Arktis zusammen mit Meeresbiologin Frauke Bagusche und Moderatorin Renate Duckat.

Bad Godesberg. Eine Filmreihe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum bietet Schülern beeindruckende Bilder. So zeigt eine Dokumentarfilmerin Meeresforscher bei der Arbeit auf See.

Einen Tauchgang gewagt hatten schon einige. Von schwarzen Rauchern hatten die Jugendlichen der Gesamtschule Beuel aber noch nichts gehört. Kein Wunder: Die über 300 Grad heißen, mineralstoffreichen Quellen sprudeln aus hohen Schloten auf dem Grund der Tiefsee. Bis vor 20 Jahren wussten nicht einmal Wissenschaftler von ihrer Existenz und dem darum herum entstandenen, einzigartigen Ökosystem mit riesigen Muscheln und meterlangen Röhrenwürmern.

Am Donnerstag nahmen das Deutsche Museum Bonn und das Wissenschaftsjahr die Beueler Schüler im Rahmen der Schulkinowochen im Kinopolis Bad Godesberg mit auf den Grund des Atlantischen Ozeans. Im Rahmenprogramm der Ausstellung „Meer erleben“ verfolgten die Teenager eine spannende Expeditionsreise zu wissenschaftlichem Neuland.

Die in Köln arbeitende Dokumentarfilmerin Alexandra Sorgenicht war einen ganzen Monat mit an Bord des deutschen Polarforschungsschiffes Polarstern. Mit der Kamera begleitete Sorgenicht die Bremer Meeresbiologin Antje Boetius auf der Suche nach heißen Tiefseequellen nordöstlich von Grönland. „Das war ein extrem spannendes Projekt“, erzählte Sorgenicht.

Als sie an Bord ging, war der Film – eine Folge einer fünfteiligen Reihe – noch gar nicht finanziert. Erst zwei Wochen später sagte der Kulturkanal Arte die Abnahme zu. Die Suche nach dem Ziel blieb ebenfalls spannend. Fast wäre die fünf Jahre lang geplante Expedition gescheitert und hätte Sorgenicht umsonst die Fische gefüttert. „Erst zwei Stunden bevor wir endgültig abdrehen mussten, wurden wir fündig“, erinnerte sich Sorgenicht. Auf der Leinwand sah man viele Glückstränen unter den gestandenen Wissenschaftlern.

„Das Meer hält noch viele Überraschungen für uns bereit“, ist Meeresbiologin Frauke Bagusche sicher, die das Filmprogramm wissenschaftlich begleitete. Bagusche selbst hat bereits in sechs Ländern geforscht und zuletzt zwei Stationen auf den Malediven geleitet. Zwischendurch segelte sie alleine über den Atlantik, um auf die Vermüllung der Ozeane aufmerksam zu machen.

„Für uns ist diese Filmreihe eine Premiere und eine gute Gelegenheit, auch außerhalb des Museums auf unsere Themen hinzuweisen“, erklärte Andrea Niehaus, Chefin des Deutschen Museums Bonn, die sich die Kooperation ausgedacht hatte. Die große Leinwand des Multiplex-Kinos könne man im Museum nicht bieten. Auf eben dieser wirken die Bilder der durch das Packeis pflügenden Polarstern aber besonders eindrucksvoll.

Am 8. Februar ab 11 Uhr bieten die Veranstalter Bonner Schulen einen weiteren Termin mit Filmen von Alexandra Sorgenicht an. Dann geht es zu den bedrohten Korallen am Great Barrier Reef und zu den Weißen Haien vor Südafrika. Die Programme sind für Schüler ab Klasse 8 geeignet. Anmeldung unter 0251/5913055.