Nach dem Unwetter in Bad Godesberg

Einbruchstelle am Mehlemer Bach mit Beton verfüllt

Bad Godesberg. Nach den Überschwemmungen in Mehlem am Samstag ist die Gefahr an der Einbruchstelle am beschädigten Mehlemer Bachkanal zunächst gebannt: Der Bereich ist am frühen Montagmorgen durch sogenannten Flüssigboden verfüllt worden.

Dadurch sei die Einbruchstelle verschlossen und eine angrenzende Garage sowie ein direkt anliegendes Wohngebäude in der Rüdigerstraße gesichert worden, deren Fundamente zum Teil unterspült waren. Das teilte die Stadt Bonn am Montagnachmittag mit.

Das Tiefbauamt der Stadt Bonn hatte bereits am Sonntag zwei Fachleute für Bodenmechanik hinzugezogen und fand mit ihnen eine technische Lösung für die Einbruchstelle am Mehlemer Bachkanal. "Der sogenannte Flüssigboden entspricht in der Verarbeitung einem dünnflüssigen Beton härtet aber nicht wie ein solcher aus, sondern erreicht eine bei der Herstellung einstellbare Festigkeit, die in etwa dem umgebenden Erdreich entspricht, so dass das Füllmaterial im Bedarfsfall mit geringem Aufwand wieder ausgebaggert werden kann", erläuterte Tiefbauamtsleiter Peter Esch. "Neben dem geringeren Gewicht gegenüber einem Beton bietet der Flüssigboden zudem den Vorteil, dass er selbstverdichtend ist, sodass kein Verdichtungsgerät eingesetzt werden muss, dessen Erschütterungen nicht zu verantworten gewesen wären."

Rheinpegel weiterhin hoch

Aufgrund des weiterhin höheren Rheinpegels staut das Rheinhochwasser nach wie vor in den Mehlemer Bachkanal zurück. Der Schaden am Kanal, der durch die Wassermassen am Samstag entstanden ist und zu der Einbruchstelle geführt hat, kann derzeit nicht untersucht werden. Dies sei erst möglich, wenn der Rheinpegel signifikant gefallen ist, teilte die Stadt Bonn mit. Somit könne die Stadt derzeit weder Angaben zum Umfang der Schäden machen, noch zur Höhe der Kosten. Schäden an anderen Kanälen in Mehlem sind nicht bekannt.

Sollte es zu weiteren starken Regenfällen kommen, sind trotz der provisorischen Reparatur der Einbruchstelle weitere Einbrüche nicht auszuschließen. Daher könnten die etwa 40 Anwohnerinnen und Anwohner, die in 19 Häusern unmittelbar über dem verrohrten Bachkanal entlang der Mainzer Straße wohnen, bei weiterem Starkregen evakuiert werden. Die Betroffenen sind bereits am Sonntagvormittag darauf vorbereitet worden. Derzeit sind alle Häuser freigegeben, auch die beiden an der Rüdigerstraße, die zunächst gesperrt blieben.

THW pumpt Fronhofer Galerie leer

Unterdessen wird das Leerpumpen der Tiefgarage der Fronhofer Galerie in der Bad Godesberger Innenstadt durch das Technische Hilfswerk (THW) wohl bis in den Abend hinein andauern. Wo hoch der Schaden ist, lässt sich bisher nicht beziffern. Nach abschließender Kontrolle durch die Einsatzkräfte kann ausgeschlossen werden, dass sich in den überfluteten Bereichen der Tiefgarage und der Nebenräume Personen befanden.

Von der Überflutung der Tiefgarage betroffen sind im ersten Untergeschoss 14 abgestellte Autos und im zweiten Untergeschoss weitere 15 Wagen. Bis auf die Fronhofer Galerie sind alle Haushalte wieder mit Strom versorgt. Die Stadtwerke Bonn arbeiten mit Hochdruck an der Reinigung und Reparatur der dortigen Stromverteilstation. Dies wird allerdings noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Die SWB-Buslinien 612, 613 und 615 fuhren zeitweise in beiden Fahrtrichtungen ab Mehlem/Bahnhof beziehungsweise Gunterstraße nicht über die Mainzer Straße, sondern über die Bundesstraße 9. Seit Dienstag fahren alle Linien wieder den normalen Linienweg.