Katholische Gemeinden in Bad Godesberg

Ein weiterer Schritt in Richtung Fusion

BAD GODESBERG. Der kirchliche "Prozess 2013", also der Zusammenschluss der drei bestehenden katholischen Kirchengemeinden in Bad Godesberg zu einem Seelsorgebereich, hat einen weiteren Schritt genommen: Alle Gremien in den Kirchengemeinden, also die Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte, haben der Fusion zugestimmt.

Laut Dekanat hat es unter den insgesamt knapp 90 Gremienmitgliedern zwei Gegenstimmen gegeben. Ein Ergebnis, über das sich Dechant Wolfgang Picken sichtlich freut: "Es zeigt, dass das Dekanat in den zurückliegenden Monaten zu einer Einheit zurückgefunden hat", so seine Reaktion.

In dem Beschluss aller Gremien ist die Rede davon, dass man den Zusammenschluss zu einem Seelsorgebereich als "eine Chance" verstehe, eine Gemeinde zu werden. In diesem Sinne legt auch Picken Wert auf die Feststellung, dass mit dem 1. Januar mitnichten eine einheitliche Kirchengemeinde gegründet werde: "Wir haben uns zum jetzigen Zeitpunkt einhellig gegen diese Option entschieden. Die jetzigen drei Kirchengemeinden bleiben als Teile des Zusammenschlusses bestehen", sagt der Dechant. Ziel sei es vielmehr, dass sich die Katholiken Bad Godesbergs immer mehr als eine Gemeinschaft verstehen und gemeinsam den Auftrag der Kirche wahrnehmen.

Gleichwohl wachsen die Teile des Seelsorgebereichs mit diesem Schritt strukturell weiter zusammen. Wie bereits in den drei Pfarrversammlungen im vergangenen Sommer vorgestellt, wird mit der Gründung des neuen Seelsorgebereichs ein Pfarrgemeinderat für Bad Godesberg gewählt, der zusammen mit den Seelsorgern die Pastoral mit verantwortet. Zugleich aber sollen die gegenwärtigen Kirchausschüsse vor Ort erhalten bleiben und die jetzigen Pfarrgemeinderäte dann als so genannte Gemeindeausschüsse ihre Arbeit fortsetzen.

Die drei Kirchenvorstände bleiben ebenfalls erhalten und bilden aus jeweils zwei Delegierten pro Gremium einen Kirchengemeindeverband. Seine Aufgaben sollen sich dann in erster Linie auf die kirchlichen Institutionen wie etwa die Kindergärten konzentrieren und deren personelle Verantwortung tragen. Picken: "So gewährleisten wir, dass die Kirche vor Ort lebendig bleibt und zusätzlich durch den Zusammenschluss gestärkt wird." Unter seiner Leitung wird künftig eine Gruppe von Priestern und Seelsorgern für ganz Godesberg tätig sein.

Die Sorge vor einer zunehmenden Zentralisierung war eine der Triebfedern gewesen, welche unter Laien nicht nur in Godesberg Proteste gegen die kirchliche Personal- und Strukturpolitik ausgelöst hatte. Nicht zuletzt mit Blick darauf legt auch Picken Wert auf die Feststellung, dass sich das Seelsorgeteam die pastoralen Aufgaben weitgehend regional aufteilen werde, "damit überall in Godesberg seelsorgliche Ansprechpartner und Bezugspersonen zur Verfügung stehen".

Ob er damit auch jene Gemeindemitglieder überzeugen wird, die ihre Protesthaltung weiterhin in Internetforen lebendig halten, erscheint angesichts ihrer Meinungsäußerungen derzeit eher zweifelhaft.