Literarische Gruppe "Dichtungsring"

Ein literarisches und visuelles Erlebnis

29.06.2015 BAD GODESBERG. Die literarische Gruppe "Dichtungsring" hat in der Godesberger Parkbuchhandlung ihr druckfrisches Werk vorgestellt. Die Besucher bekamen verschiedene Kostproben aus der gerade erschienenen gleichnamigen Zeitschrift für Literatur, die dieses Mal unter dem Titel "Globoglossolalie" steht.

"Dabei handelt es sich um literarisch interessante Prosa und Lyrik, die in einigen Sprachen und mit deutscher Übersetzung veröffentlicht ist", erläuterte Redaktionsmitglied Ines Hagemeyer. Die ehemalige Lehrerin für Fremdsprachen sagt: "Sprache ist Heimat." Hagemeyer ist eines der Urgesteine des Dichtungsrings, der 1981 in Bonn und Bochum als Gruppe und Zeitschrift mit dem Bochumer Romanisten Alfons Knauth gegründet wurde.

Die Journalistin Sabine Bentler gehört ebenso dazu wie die Lyriker Theodor Payk, Rita Kupfer, Horst Saul, Francisca Ricinski-Marienfeld, Ulrich Bergmann und Franz Hofner, der deutsch und englisch dichtende Rainer Maria Gassen, der Theatertexter Christian Knieps und die Prosaisten Monika Lamers, Sabine Schmincke und Gerd Willée. Die Beschäftigung mit Literatur über die Sprachgrenzen hinweg eröffne den Dialog zwischen Autor und Leser, sagt Hagemeyer. "Entdecken Sie sich auch bitte selbst", fordert die Gruppe Leser und Zuhörer auf.

Der "Meister der Multiple-Joyce-Texte", Mitgründer und Gruppenmentor Alfons Knauth, habe den Titel des Bandes gegeben: "Globoglossolalie heißt weltsprachliches Lallen, also bewusste und unbewusste, wahnhafte und hellsichtige Unschärfe dichterischen Sprechens", so die "Dichtungsring"-Redaktion. Und so ist denn auch die 165-seitige neue Ausgabe ein literarisches und visuelles Erlebnis. Das Heft enthält Werke der in Spanien lebenden Malerin Gudrun Ewert, die mit ihrer surrealen Bildsprache wunderbar zu dem Strauß an Gedichten, Prosatexten und Übersetzungen etwa chinesischer Zeichen passt. Man präsentiere auch einen ganz jungen Kölner Schriftsteller, freut sich das Redaktionsteam. David Krause, der diesjährige Träger des Leonce-und-Lena-Preises, komme in seinen Gedichten über die Sehnsucht nach einem endlich sinnvollen Leben mit einem ganz neuen Sprachgestus daher. Autoren, Herausgeber und Redaktion sprachen nach der Lesung mit dem Publikum über dessen Eindrücke von einem wortgewaltigen Abend.

Der neue Band des Dichtungsrings ist zum Preis von 9 Euro in der Parkbuchhandlung, Koblenzer Straße 57, erhältlich. (ham)