Kleine Beethovenhalle saniert und umgebaut

Ein Saal für die Muffendorfer

Muffendorf. Der Eingang der Kleinen Beethovenhalle befindet sich seit Kurzem wieder da, wo er historisch hingehört: an der Muffendorfer Hauptstraße. Doch dass Vereine, Hochzeitsgäste oder Konzertbesucher nun nicht mehr – wie lange Zeit üblich – über die Hopmannstraße in das Muffendorfer Kleinod gelangen, ist nicht die einzige Änderung.

Denn das denkmalgeschützte Ensemble erstrahlt in komplett neuem Glanz. Die Familie Carl M. Völzgen hat die Kleine Beethovenhalle vor rund zwei Jahren gekauft, umgebaut, renoviert und saniert. Und so dazu beigetragen, dass den Bad Godesbergern ein Stück Muffendorfer Geschichte erhalten bleibt.

Das sah nicht immer so aus: 1990 hatte die Stadt den Saal, der in Privatbesitz war und ist, für einen sechsstelligen D-Mark-Betrag sanieren lassen, hinzu kam eine Spende der Familie Robert Diederich, „die sehr viel getan hat“, betont Völzgen. Im Gegenzug durften die Muffendorfer Vereine dort unentgeltlich feiern, während die Gastronomie für die Bewirtung sorgte. Dieses Belegungsrecht der Stadt war auf 25 Jahre begrenzt, lief also im vergangenen Jahr aus.

2012 dann wollte der damalige Inhaber das Ensemble verkaufen. Und Gerüchte gingen um, dass sich eine muslimische Glaubensgemeinschaft für das denkmalgeschützte Ensemble interessiert, die sich an dieser Stelle eine Moschee vorstellen konnte. Damit hätte die Kleine Beethovenhalle nicht mehr für das (über-)örtliche Vereins- und Kulturgeschehen zur Verfügung gestanden, so die Befürchtung.

Neue Küche eingebaut

Die Familie Carl M. Völzgen sprang ein und investierte in die Erneuerung. Wie viel – dazu wollte sich Völzgen nicht äußern. Auf jeden Fall wurde in dem Ensemble, das aus drei Fachwerkhäusern besteht, eine Menge gemacht. Die Gaststätte, in der gut bürgerliche Küche angeboten wird, wurde komplett renoviert, eine neue Küche eingebaut, das Treppenhaus verlegt.

Die Technik wurde im kleinen Fachwerkhaus, das sich links vom Eingang befindet, untergebracht. Die alte Kegelbahn wurde mit Zustimmung der Denkmalschützer abgerissen, an ihrer Stelle befindet sich nun in einem kleinen Innenhof der Außenbereich der Gastronomie, in dem eine kleine Ecke an die alte Backstube erinnert, die noch teilweise erhalten ist.

Von dort aus gelangt man zum Festsaal – allerdings nicht mehr unter freiem Himmel, sondern durch einen geschlossenen Übergang. Dort hängen unter anderem alte Muffendorfer Bilder, zu sehen sind zum Beispiel alte Dorfvereine. Und wer möchte, kann auch dort im kleinen Rahmen zusammen feiern.

Neue sanitäre Anlage

In den alten Stallungen befindet sich nun die Garderobe für den Saal. Dort wurde übrigens in die Beleuchtung, die Theke, die Küche und die Wandfarbe investiert. In Richtung Hopmannstraße befindet sich nun der Künstlereingang, dort sind auch Abstell- und Aufenthaltsräume. Ein neues Brandschutzkonzept, Fluchtwege und neue sanitäre Anlagen runden das Bild ab.

Besonders wichtig: Der Gastronom vermietet die Halle – wie früher an Vereine, Hochzeitsgesellschaften und Co. „Uns ging es darum, den Saal für die Muffendorfer zu erhalten“, so Völzgen. Man kann sagen: Ziel erreicht.