11.000 Euro für Nepalhilfe

Ein Konzert wie ein Pfingstwunder

Jazz vom Feinsten spielen Posaunist Jiggs Whigham und seine hervorragenden Begleitmusiker. FOTO: THOMAS KÖLSCH

Jazz vom Feinsten spielen Posaunist Jiggs Whigham und seine hervorragenden Begleitmusiker.

28.05.2015 FRIESDORF. Als die ersten Anfragen Pfarrer Siegfried Eckert von der evangelischen Thomas-Gemeinde Bad Godesberg erreichten, konnte er nur traurig mit dem Kopf schütteln. Ein Benefiz-Jazzkonzert in der Pauluskirche zugunsten der Opfer des Erdbebens in Nepal, für so was ist der umtriebige Geistliche eigentlich immer zu haben.

Aber mit nur zwei Wochen Vorlauf, zusätzlich zu den Vorbereitungen für die Pfingstgottesdienste und der Organisation einer Veranstaltung mit Saxofon-Legende Pee Wee Ellis? Wie soll das denn funktionieren? Dank der Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Helfer offenbar hervorragend: Am Dienstag platzte die Pauluskirche aus allen Nähten. "Das Konzert ist so eine Art Pfingstwunder", sagt Eckert denn auch sichtlich beglückt.

Auslöser für diese kurzfristige Aktion war Posaunist Jiggs Whigham: Nach dem großen Erdbeben vom 25. April diesen Jahres hatte er sich kurzentschlossen an den Freundeskreis Nepalhilfe gewandt und seine Bereitschaft zu einem Auftritt zugunsten des gemeinnützigen Vereins zum Ausdruck gebracht. Mit Gitarrist Bruno Müller, Bassist Martin Gjakonovski, Pianist Berthold Matschat und Sängerin Dagmar Bunde spielte er sich nun quer durch das Great American Songbook, präsentierte berühmte Songs von Irving Berlin, Duke Ellington, Antonio Carlos Jobim und anderen großen Jazz-Komponisten.

Whighams gefühlvolles, ausdrucksstarkes Spiel konnte dabei ebenso begeistern wie die Virtuosität seiner Kollegen und die Kraft und Leidenschaft Bundes. Zugleich nutzte Alexander Schmidt, Mitbegründer und Vorsitzender des Freundeskreises Nepalhilfe, die Chance und warb eindringlich um Spenden. "Wir brauchen längerfristige Hilfe", erklärte er - wenn in wenigen Wochen der Monsun das südasiatische Land in seinen Griff nimmt, stehen all jenen Menschen schwere Zeiten bevor, die derzeit noch auf den Straßen leben.

Auch die Vereinten Nationen haben noch an Pfingstmontag auf diesen Missstand hingewiesen und kritisiert, dass die Geberländer recht zurückhaltend agieren. Der Freundeskreis will nun mittels Spenden Wellbleche kaufen, die vor den drohenden schweren Regenfällen Schutz bieten sollen. "Für 150 Euro können wir einer Familie ein Dach anbieten", erklärte Schmidt.

Der Abend in der Friesdorfer Pauluskirche dürfte demnach ein kleines Dorf in Nepal finanzieren: Mehr als 11 000 Euro sind an Spendengeldern zusammengekommen. Wirklich ein kleines Pfingstwunder. (Thomas Kölsch)