Amerikanische Siedlung in Bad Godesberg

Ehemalige Montessori-Kita darf abgerissen werden

Der ehemalige Kindergarten mit dem zu fällenden Baum.

Der ehemalige Kindergarten mit dem zu fällenden Baum.

PLITTERSDORF. Die Bezirksvertretung Bad stimmt der Fällung eines Götterbaumes in Plittersdorf zu. Der steht neben dem ehemaligen Montessori-Kindergarten in der amerikanischen Siedlung. Somit steht einem Abriss und Neubau nichts mehr im Wege.

Dass der ehemalige Montessori-Kindergarten in der amerikanischen Siedlung einem Neubau weichen soll, ist schon länger geplant. Doch noch stehen dem viel diskutierten Projekt vier satzungsgeschützte Bäume im Weg – eine Birke, ein Holunder, ein Pflaumenblättriger Weißdorn und ein Götterbaum.

Die ersten drei dürfen wegen ihres Zustands oder ihrer Beschaffenheit entfernt werden, einzig für die Fällung des Götterbaums mussten die Politiker grünes Licht geben. Das taten sie denn auch in ihrer Sitzung am Mittwochabend mit großer Mehrheit, einzig der Bürger Bund Bonn stimmte dagegen. Nun also dürfe das alte, denkmalgeschützte Gebäude abgerissen und durch ein neues ersetzt werden, sagte Vebowag-Chef Michael Kleine-Hartlage auf GA-Anfrage.

Wie die Kita künftig aussehen soll, erläuterte Marc Dittmann, Technischer Leiter bei der Vebowag, in der Sitzung: In dem 912 Quadratmeter großen Gebäude werden vier Gruppen unterkommen, es wird nicht unterkellert. Das Dach mit einer Fläche von 875 Quadratmetern soll „extensiv begrünt werden und möglichst ohne Dachaufbauten auskommen“, so Dittmann.

1500 Quadratmeter Spiel- und Freifläche runden das Bild ab. Dass das Vorhaben etwas größer wird als im Bebauungsplan vorgesehen, hatte die Stadt mit Verweis auf den Mangel an Betreuungsplätzen abgesegnet.

Das eingeschossige Haus wird durchgängig 4,15 Meter hoch sein, der Bestandsbau weise Höhen von 3,30 bis 4,78 Meter auf, so Dittmann. Neben den Gruppen-, Differenzierungs- und Nebenräumen für jede Gruppe werde es außerdem einen Personalbereich, sanitäre Anlagen, Küche und einen Mehrzweckraum für kleinere Veranstaltungen geben, so Dittmann. „Das Gebäude wird massiv errichtet, die Holzfassade vorgelegt“, so der Technische Leiter. Die Fenster werden nach außen farbig gestaltet, „vermutlich in einem Grünton“.

Im Bau sollen Elemente der amerikanischen Siedlung aufgenommen werden, darunter Pergolen, erläuterte Dittmann. Der zweizügige Kamin aus Naturstein werde in die Kita integriert. Das sei eine Auflage der Unteren Denkmalbehörde. „Wir wollen ihn eigentlich abtragen und an anderer Stelle 1:1 aufbauen.“

Fehlte nur noch die Genehmigung für die Fällung. „Das Kernproblem des Baums ist die Statik“, sagte Dittmann. Die Wurzeln befänden sich zum Teil unter dem Gebäude. Werde dieses wie geplant entfernt, „hat er kein Widerlager mehr“. Soll heißen, dass er dann nicht mehr standfest ist. Außerdem „ist sein Zustand lediglich ausreichend“.