Heimatverein Bad Godesberg

Draitschbrunnen wird noch teurer

Edel und schön ist die vor einem Monat neu eingeweihte Brunnenanlage geworden. Statt 70.000 kostet sie nun jedoch 207.000 Euro.

Edel und schön ist die vor einem Monat neu eingeweihte Brunnenanlage geworden. Statt 70.000 kostet sie nun jedoch 207.000 Euro.

BAD GODESBERG. Alarmstimmung herrscht beim Bad Godesberger Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte (VHH). Denn bei der Erneuerung des Draitschbrunnens explodieren die Kosten und der Erhalt des Bad Godesberger Kulturguts bringt den Verein in finanzielle Schwierigkeiten.

Von den anfangs geschätzten 70.000 Euro sind die Gesamtkosten auf knapp das Dreifache - nämlich 207.000 Euro - gestiegen. Das geht aus einem Brandbrief des VHH-Vorsitzenden Martin Ammermüller an die 900 Mitglieder hervor.

Gründe hierfür seien die vorher und auch nach der Offenlegung der Mauer noch nicht erkennbaren Schäden an der 140 Jahre alten Hang- und Schmuckmauer, aber auch die nicht geplante nahezu vollständige Rekonstruktion des stufenartigen Aufbaus der Mauer mit allen Schmuckornamenten, wie Ammermüller erklärt. Die Rekonstruktion habe man durchgeführt, weil diese Ornamente wider Erwarten hinter der Mauer vollzählig erhalten waren. Der Verein könne stolz auf dieses "Jahrhundertwerk" sein. "Aber nun", so Ammermüller, "sind wir finanziell völlig am Ende".

Werben um Sponsoren und Spenden

Vor diesem Hintergrund appelliert der VHH-Vorstand an die Spendenbereitschaft der Mitglieder - und auch von Nichtmitgliedern. Zwar sei das bisherige Werben um Sponsoren "durchaus auf offene Ohren" gestoßen - aber in Anbetracht der Gesamtkosten nicht in ausreichendem Maße Geld zusammengekommen.

Wie berichtet, hatte einerseits die Stadt Bonn das Projekt mit Leistungen im Wert von rund 40.000 Euro unterstützt, etwa 31.000 Euro kamen von privaten Spendern. Als sich herausstellte, dass sich die Kosten auf 140.000 Euro verdoppeln würden, war zudem der Bonner Unternehmer Frank Asbeck mit 60.000 Euro in die Bresche gesprungen.

Beitragseinzug im März

Die aktuelle Unterdeckung in Höhe von über 70.000 Euro muss der Verein nun aus seiner Rücklage bestreiten, die damit praktisch aufgebraucht ist. Weil der nächste Beitragseinzug erst im März stattfindet, gelte es nun, die Liquidität für die laufende Vereinsarbeit sicherzustellen. Erfreulicherweise habe der neuerliche Spendenaufruf wieder einige tausend Euro in die Vereinskasse gespült. Existenzbedrohend sei die Situation also nicht, so der Vorsitzende im Gespräch mit dem GA.

Aus seinem Anschreiben ist durchaus eine Mischung aus Zerknirschung und Bestätigung herauszulesen: "Wenn wir von Anfang gewusst hätten, welche Kosten entstehen würden, hätten wir uns sicherlich nicht getraut, das Werk überhaupt in Angriff zu nehmen", schreibt er und ergänzt: "Andererseits: Hätten wir von Anfang an gewusst, wie schön dieser Ursprungsort der weiteren Entwicklung von Godesberg ausfallen und jeden Besucher beeindrucken würde, hätten wir uns trauen müssen."

Der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte ist über seine Geschäftsstelle im Rathaus Bad Godesberg, Kurfürstenallee , Tel. 0228 / 77 32 58, zu erreichen. Sprechstunde ist dienstags von 16 bis 18 Uhr.