Renate Fröhlig-Striesow

Doppelsiegerin beim Godesberger Literaturpreis

Renate Fröhlig-Striesow trägt in der Parkbuchhandlung ihre Kurzgeschichte "Heceta Lighthouse" vor.

Renate Fröhlig-Striesow trägt in der Parkbuchhandlung ihre Kurzgeschichte "Heceta Lighthouse" vor.

BAD GODESBERG. Einen Doppelsieg hat am Freitag bei der Verleihung des Bad Godesberger Literaturpreises die Autorin Renate Fröhlig-Striesow errungen. Nachdem sich die Jury bereits intern auf die Bonnerin als Siegerin festgelegt hatte, überzeugte sie bei der Abschlusslesung in der vollbesetzten Parkbuchhandlung auch das Publikum, welches bei seiner Abstimmung von der Entscheidung der Preisrichter noch nichts wusste.

"Wie war sie nur dahingekommen, die Mutter, damals, in das andere Land, das ihr nie Heimat geworden war", so beginnt die von ihr vorgetragene Kurzgeschichte "Heceta Lighthouse", welche die Themen Familie, Heimat und Abschied in ungewöhnlicher Weise und an ungewöhnlichen Orten zusammenführt. "Geprägt von prägnanten Dialogen erzählt die Gewinnerin Geschichten von Freundschaft, Fremdheit, Liebe und Sehnsucht mit einem ebenso überraschenden Ende", begründete die Jury ihre Entscheidung auch mit Blick auf die weiteren eingesandten Beiträge von Renate Fröhlig-Striesow.

Der zweite Preis ging an Marita Bagdahn für ihre Kurzgeschichte mit dem Titel "Heinrich", einem Stück aus dem buchstäblichen Leben: Ein älterer Mann, dessen Gedächtnis allmählich nachlässt, freut sich über das Wiedersehen mit seiner Tochter - die ihm nebenbei eröffnet, dass sie ihn in einem Pflegeheim untergebracht hat. In gleicher Weise nachdenklich stimmte der Beitrag, mit dem Wolfgang Hachtel den dritten Platz errang. In "Ausweitung der Kampfzone" wird unter aktuellen Bezügen in bedrückender Weise geschildert, wie sich Soldaten an einer nur scheinbar fiktiven Ostfront durch den Winter schlagen. Und dies ist kein Handlungsstrang aus dem Zweiten Weltkrieg.

Hachtel war es am Ende auch, der Initiatorin Barbara Ter-Nedden im Namen aller Teilnehmer dafür dankte, dass sie den Bad Godesberger Literaturpreis vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat. Teilgenommen hatten in diesem Jahr 40 Autoren. Außer den drei von der Jury bestimmten Siegern durften die Teilnehmer Anne Hassel ("Montage"), Brigitte Lewalter ("Der Mann vom Bahnsteig"), Oliver Meiser ("Weltenbaum"), Armin Schmidt ("Schachmatt") und Christel Spindler ("Spurensuche") ihre Texte vortragen. Für zwei von ihnen, die terminlich verhindert waren, übernahm dies Vorjahressieger Thomas Geduhn.

Wer am Freitagabend Lust bekommen hatte, einmal selbst zur Feder zu greifen, dem bietet sich beim fünften Bad Godesberger Literaturwettbewerb eine Gelegenheit. Eine Themenbeschränkung gibt es nicht. Organisiert wird der Wettbewerb von der Parkbuchhandlung, Koblenzer Straße 57.

Weitere Informationen gibt es unter Tel. 0228/35 21 91 oder im Internet unter www.parkbuchhandlung.de.