Fähre Godesberg-Niederdollendorf

Diskussion über die Zukunft des Betriebs gerät ins Stocken

Im Strom: Die Fähre Sankt Christophorus II.

BAD GODESBERG. Während die "Konrad Adenauer" und die "Sankt Christophorus II" stoisch wie eh und je zwischen Bad Godesberg und Niederdollendorf hin- und herpendeln, ist die Zukunft des Fährunternehmens, der Autoschnellfähre GmbH (ASF), weiterhin vollkommen unklar.

Auch eine Sitzung des Finanzausschusses des Bonner Stadtrates hat hierüber keine Klarheit gebracht. Die Fraktion des Bürger Bundes hatte dort nach dem Sachstand gefragt.

Bekanntlich ist eine Übernahme der ASF durch die Stadtwerke Bonn (SWB) im Gespräch. Deren Aufsichtsrat hatte sich bereits vor längerer Zeit gegenüber derlei Gedankenspielen aufgeschlossen gezeigt und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung auf den Weg gebracht.

Danach hatten die Stadtwerke ein Angebot unterbreitet, zu dem sie auch nach wie vor stehen, wie SWB-Sprecher Werner Schui jetzt noch einmal bestätigte. Einzige Einschränkung: Die Bindungsfrist des Angebots ist Ende 2011 abgelaufen, weil solche Kalkulationen angesichts sich verändernder Energie- und Rohstoffpreise immer nur von begrenzter Dauer sein könnten. Möglicherweise müssten die Daten also noch einmal aktualisiert werden.

Für Verwirrung im Finanzausschuss sorgte die aus dem SWB-Angebot herauszulesende Einschätzung, dass eine Modernisierung der Fährschiffe möglich, zulässig und kostengünstiger wäre als ein Neubau. Bislang war in der Öffentlichkeit - und zwar auch vom Fährbetrieb selbst - der Eindruck erweckt worden, dass der Kauf einer neuen Fähre aufgrund einer EU-Richtlinie zum Emissionsschutz praktisch unumgänglich sei. Dem soll eine Quintessenz im SWB-Angebot entschieden widersprechen: Danach wäre vielmehr der Fährbetrieb mit einer neu angeschafften Fähre unwirtschaftlich.

Nicht zuletzt Unklarheiten wie diese lassen eine rasche Entscheidung als unwahrscheinlich erscheinen. Der Finanzausschuss ist in dem Geflecht der Zuständigkeiten ohnehin lediglich ein Teil des Ganzen. Entscheiden müssten letztlich die Stadträte von Bonn und Königswinter sowie die Gesellschafterversammlung, in der sich die beiden Städte begegnen.

Die Bundesstadt hält drei Viertel der Anteile. Der Drachenfelsstadt, aus der zu diesem Thema zuletzt gar nichts mehr zu hören war, gehört die Fähre zu 25 Prozent. In Bonn will jetzt die Stadtverwaltung den aktuellen Stand der Dinge noch einmal zusammentragen, damit nach der Sommerpause das Thema erneut beraten werden kann.