Bürger, Politiker und Vertreter der Stadt

Diese Themen liegen Bad Godesbergern am Herzen

Die Veränderungen beim Einzelhandel in der Godesberger Innenstadt war eins der Themen bei der Herzenssprechstunde.

Die Veränderungen beim Einzelhandel in der Godesberger Innenstadt war eins der Themen bei der Herzenssprechstunde.

Bad Godesberg. Der Rückgang von attraktiven Läden und die Sicherheit im Stadtbezirk waren die wichtigsten Themen der Herzenssprechstunde des Generationennetzwerks Bad Godesberg .

Zum Dialog des Generationennetzwerks am Nikolausabend kamen Bürger, Politiker und Vertreter der Stadt in der Filiale der Sparkasse an der Rheinallee. Moderatorin Ebba Hagenberg-Miliu betonte immer wieder den lösungs- und zukunftsorientierten Charakter des Abends.

Zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie von Polizei, Godesberger Vereinen und Institutionen waren an diesem Abend vertreten und standen den Bürgern Rede und Antwort. Hier bot sich die Möglichkeit zum direkten Austausch – ohne Warteschleifen und Terminvergabe. Gastgeberin Hergard Nowak von der Offenen Tür Dürenstraße begrüßte zu Beginn und stellte das Generationennetzwerk Bad Godesberg noch einmal vor. Hagenberg-Miliu eröffnete das Gespräch mit einer kurzen Zusammenfassung der Godesberg-relevanten Themen, die gerade in der Schwebe sind – und daran mangelt es nicht.

Verlust attraktiver Geschäfte schmerzt

Zu nennen wären da der Leitbildprozess für den in die Kritik geratenen Stadtteil, Erhalt von Stadthalle und Schauspielhaus, die Gespräche rund um die Kurfürstliche Zeile, sogenannte Angsträume in der Innenstadt, das Kleine Theater, das Hallenkonzept der Stadt sowie die Schwimmbadfrage. Mit diesem groben Abriss gab sie den Ring frei für die Themen aus der Bevölkerung.

Ganz oben auf der Liste stand hierbei der Verlust attraktiver Geschäfte für den Mittelstand. „Ich bin Rentnerin und finde in Godesberg nur noch wenige Geschäfte, die weder Billiggeschäfte noch hochpreisige Läden sind. Seit Boecker und Hertie geschlossen haben, muss ich für diese Dinge nach Bonn. Und die Fahrt nach Bonn wird für mich durch die steigenden Preise im öffentlichen Nahverkehr zunehmend zum Luxus“, äußerte sich eine Dame aus der Runde. Arnulf Marquardt-Kuron von der städtischen Wirtschaftsförderung bestätigte diesen Prozess, allerdings als landesweiten Prozess, der in allen Städten zu finden sei. Seitens der Runde wurden auch Optionen wie eine Einflussnahme der Politik auf die Vermietung von Ladenlokalen angefragt, was natürlich keine Option ist.

Älteren Bürger fühlen sich nicht gefährdet

Immer wieder in die Schlagzeilen geriet Bad Godesberg als angeblich gefährlicher Stadtteil. Dies konnte nicht bestätigt werden: Die älteren Bürger fühlten sich nicht gefährdet, und Polizeihauptkommissar Matthias Claas ließ die Fakten für Bad Godesberg sprechen: Die Jugendkriminalität sei im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, es gebe keine harten Drogen, keine Dealerszene, und Orte wie den Bahnhof oder auch den Kurpark habe die Polizei im Blick.

Als weitere Themen wurden die neuen Pläne diskutiert, Institute der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg in der Kurfürstlichen Zeile anzusiedeln. Hier zeigte sich erneut Handlungsbedarf bei der Imagepflege des Stadtteils, um Studenten anzulocken, eine Verbesserung des Nahverkehrs sowie beim bezahlbaren Wohnraum (Studentenwohnheime).

Auch im kommenden Jahr wird die Herzenssprechstunde wieder durch die einzelnen Ortsteile wandern und auch wieder im Godesberger Zentrum stattfinden. Es bleibt abzuwarten, was sich bis dahin getan hat.