Amerikanische Siedlung Plittersdorf

Die Sanierung ist fast beendet

PLITTERSDORF. Die Sanierung der Häuser in der ehemaligen amerikanischen Siedlung liegt in den letzten Zügen. Nachdem die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag) ihre Häuser in dem Areal zwischen Martin-Luther-King- und Europastraße, Kolumbus- und Steubenring in den vergangenen Jahren auf den neuesten Stand gebracht hat, sind nun die letzten beiden Gebäude an der Reihe.

Die Häuser an der Europastraße 4 und 6 sowie 10 und 12. 4 und 6 werden im August übergeben; die Arbeiten am Haus Nummer 10, in der Eigentumswohnungen entstehen, werden voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. "Die Europastraße 12 wird wohl im Frühjahr 2013 fertig werden", schätzt Matthias Weber von der Vebowag.

Die Arbeiten in der so genannten Ami-Siedlung erfolgten quasi in zwei Etappen. Ab 1998 erwarb die Vebowag zwei Drittel der Wohnhäuser in dem Areal von den USA, der Rest stammt vom Bundesvermögensamt. "2001 gehörte der Vebowag die komplette Wohnbebauung", erklärt Weber. Das waren insgesamt rund 400 Wohnungen. Die Vereinigten Staaten hatten ihre Gebäude rund um die Martin-Luther-King-Straße in den 80er Jahren umfangreich sanieren lassen.

 "Diese Häuser wurden modernisiert", erklärt Weber. Soll heißen, dass sie unter anderem neue Heizungen, neue Fenster und neue Küchen bekommen haben. Außerdem wurden die Treppenhäuser gemacht, die Wohnungen renoviert und die Häuser von außen neu gestrichen. Eine Kernsanierung allerdings war nicht notwendig. "Die Zeit der Vermarktung war von Ende 1998 bis Mitte 2000", so Weber.

In diesem Zeitraum wurden die Häuser sukzessive an Mieter (und teilweise Eigentümer) übergeben. Bei den Häusern, die die Vebowag vom Bund erworben hat, sah das etwas anders aus. "Sie waren teilweise auf dem Baustand von 1950", sagt Weber. In diesen Gebäuden musste also mehr getan werden, als an denen der USA. 2008 begann die Vebowag "sukzessive mit der Modernisierung".

2008 waren die Häuser am Steubenring 2, 4 und 6 an der Reihe, es folgte Kolumbusring 1 (2009), Steubenring 17 und 19 (2010) sowie 13 und 15 (2011). Aktuell wird in den Häusern an der Europastraße gearbeitet. Das Investitionsvolumen beträgt rund 17 Millionen Euro.

Ein Gebäude stand leer, dort gab es keine Probleme. In den bewohnten Häusern allerdings auch nicht: Den Mietern der betroffenen Wohnungen wurden andere, adäquate Räume in der Siedlung angeboten. Die meisten nahmen laut Weber die Offerte an, zwei weitere hatten ohnehin einen Umzug ins Auge gefasst. Alles sei einvernehmlich geschehen, so Weber. "Wir wollten ja niemanden vergraulen, sondern unsere Mieter behalten. Das hat gut funktioniert."

"Die Wohnungen waren größtenteils liebevoll gepflegt", sagt Weber. Aber da die Bausubstanz in die Jahre gekommen war, musste alles raus: Es gab neue Böden, neue Leitungen wurden gelegt. Die Häuser wurden bis auf das Mauerwerk entkernt, im Erdgeschoss wurden die Grundrisse geändert: Statt einer großen gibt es dort nun zwei kleine Wohnungen. Außerdem wurden die Dachgeschosse ausgebaut.

Doch auch wenn alles auf dem neuesten Stand ist: Die Geschichte der Siedlung ist doch noch zu erkennen. Und das liegt nicht nur an der Außenoptik der Häuser. Das liegt auch an kleinen Details. Zum Beispiel den Original-Türen, die in den Gebäuden bleiben mussten.