Rheinfähre

Die "Konrad Adenauer" wird 2013 saniert

BAD GODESBERG. Nun steht es endgültig fest: Die Rheinfähre Konrad Adenauer, die seit den 60er Jahren zwischen Bad Godesberg und Niederdollendorf unterwegs ist, wird komplett saniert. Die Reparatur der Fähre kostet 1,5 Millionen Euro.

Damit sind die Pläne, ein neues Schiff zu bauen, die Anteile der Städte Bonn (75 Prozent) und Königswinter (25 Prozent) an der Fährgesellschaft zu verkaufen oder sie in die Stadtwerke einzugliedern, vom Tisch. Das teilten Uwe-Karsten Staeck, Geschäftsführer der Autoschnellfähre (ASF) GmbH, und die SPD-Stadtverordnete Gieslint Grenz, die gleichzeitig Mitglied in der Gesellschafterversammlung der 1908 gegründeten ASF ist, bei einem Ortstermin am Freitagabend mit.

Vier neue Motoren und vier neue Antriebe soll die Fähre bekommen. "Eigentlich brauchen wir nur drei", sagte Staeck. Der Vorteil sei, dass man - sollte einer kaputt gehen - im laufenden Betrieb reparieren könne. Die Fährgäste würden also gar nichts merken. Das ist aber noch nicht alles.

Während der Sanierung werden verschiedene Teile, einige weisen starke Rostschäden auf, ausgetauscht, das Schiff wird neu lackiert. Welche Farbe es bekommen soll, steht indes noch nicht fest. "Wenn wir einen Sponsor haben, streichen wir sie auch gelb oder magenta", sagte Grenz lächelnd mit Blick auf die Post und die Deutsche Telekom.

Die Konrad Adenauer wurde 1967 fertiggestellt, erläuterte Staeck. "Sie befindet sich noch im Originalzustand." So müssen unter anderem die Motoren erneuert werden, "wir haben nämlich einen sehr hohen Schadstoffausstoß". Wenn im Juni 2013 die SUK (Schiffsuntersuchungskommission), eine Art Schiffs-TÜV, ansteht, sei ohnehin Schluss.

"Durch den TÜV werden wir wegen des hohen Schadstoffausstoßes nicht mehr kommen." Außerdem werden neue Schranken - die Konrad Adenauer hat noch gar keine, die Mitarbeiter arbeiten mit Seilen - und neue Klappen benötigt.

"Zurzeit haben wir Bestandsgarantie, deswegen gibt es keine Probleme wegen des Schadstoffausstoßes", sagte Grenz. Wegen der Bestandsgarantie ist die Sanierung so wichtig: Würde nicht saniert und es würde zum Beispiel ein Motor kaputtgehen, dürfte dieser nicht ausgetauscht, sondern nur repariert werden. "Das funktioniert nicht, dann steht das Ding", fügte Staeck hinzu. Weil aber die Sanierung nun bereits in Gang gebracht ist, "würden wir eine Ausnahmegenehmigung zum Austausch bekommen".

Zunächst gab es die Idee, die Konrad Adenauer aus dem Fährverkehr zu ziehen und ein neues Schiff anzuschaffen. Dieses hätte aber rund drei Millionen Euro gekostet - eine Summe, die mit Blick auf die leeren Kassen nicht aufzutreiben war. Die Kernsanierung schlägt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche.

"Die Kosten des Kredits kann die Fährgesellschaft alleine stemmen", sagte Staeck, der bereits mitten im Sanierungsvorgang steckt. Zurzeit ist die ASF auf der Suche nach einem Schiffssachverständigen. Ist der gefunden, wird europaweit ausgeschrieben. "Wir rechnen damit, dass das Schiff Mitte April zur Werft kommt".

Dann übernimmt die Sankt Christophorus, die zweite Fähre, die zurzeit am Niederdollendorfer Ufer liegt, die Rheinfahrten. Sie ist in besserem Zustand als die Konrad Adenauer - obwohl sie ein Jahr älter ist. "Sie ist einfach nicht so oft in Betrieb", sagte Staeck.

Den Fährbetrieb komplett einzustellen sei übrigens keine Option gewesen. "Wenn die Sanierungen der Rheinbrücken anstehen, können wir es uns nicht leisten, die Fähren zu vernachlässigen", sagte Grenz. "2017 wird jeder über die Möglichkeit glücklich sein, den Rhein per Fähre überqueren zu können."

Der Fährbetrieb:
2011 fuhren 606.000 Personen mit der Fähre, davon waren 29.300 Fußgänger oder Beifahrer. 184.000 Autos waren an Bord, die Besatzung transportierte 102.000 Fahrräder. Insgesamt gab es 65.000 Überfahrten, bei denen 136.000 Liter Kraftstoff verbraucht wurden. Die Konrad Adenauer kam 2011 auf 5700 Betriebsstunden. Die Besatzung besteht aus sechs Vollzeit-Mitarbeitern, einer Aushilfe und drei Mitarbeitern, die in Teilzeit mit anpacken.