Katholische Gemeinden helfen Flüchtlingen

Die Bereitschaft zu helfen ist ungebrochen

Bad Godesberg. Die Bereitschaft, den in Bad Godesberg untergekommenen Flüchtlingen zu helfen, ist ungebrochen. Und das nicht nur bei den katholischen Gemeindemitgliedern im Bezirk, sondern auch bei denjenigen, die keine kirchliche Anbindung haben, erzählt Dechant Wolfgang Picken.

"Wenn wir uns fragen, ob wir die zahlreichen Herausforderungen schaffen, sehen wir, wie sehr auf die Bürger Verlass ist." Nur durch diese Unterstützung sei es möglich, die zahlreichen Angebote aufrechtzuerhalten. Einen Überblick bietet ein Flyer, der bald in drei Sprachen - Englisch, Deutsch und Arabisch - herausgegeben wird.

Koordination: Eine halbe Stelle am Runden Tisch der Bad Godesberger Flüchtlingshilfe wird überkonfessionell finanziert. Perspektivisch soll eine halbe bis eine Stelle aufgebaut werden, "die sich mit den katholischen Aktivitäten befasst", so Picken. Das soll unter anderem den Gemeindereferenten entlasten, der zurzeit 40 Prozent seiner Arbeitszeit in die Koordination der ehrenamtlichen Arbeit in der Flüchtlingsunterkunft in der alten Michaelschule investiert.

Sozialberatung Sankt Marien: Es handelt sich um ein tägliches Angebot für diejenigen, die keinen Zugang zu Institutionen oder Beratungsstellen haben. Dieser soll ermöglicht werden. Außerdem gibt es unter anderem Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. Schwangere Frauen, die neu in Bonn sind, werden an Ärzte vermittelt. Das Angebot wird schon jetzt auch von Flüchtlingen genutzt, es sollen aber noch mehr werden, sagt Picken. Geöffnet ist täglich im Pfarrzentrum, Burgstraße 43 a, man braucht keinen Termin. Die Öffnungszeiten: montags von 16 bis 18 Uhr, dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr, mittwochs und freitags vormittags und nachmittags.

Bistro im Treffpunkt Herz Jesu: Dort gibt es Frühstück für alle Altersgruppen, besonders beliebt ist der Treff bei Müttern mit Kindern. Nun soll es auch intensiver von Flüchtlingen genutzt werden. Das Team soll nun durch Soziallotsen ergänzt werden, die Unterstützung bieten. Geöffnet ist das Bistro gegenüber der Herz-Jesu-Kirche, Beethovenallee 38, dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr.

Suppenhimmel: Dort wird Mittagessen geboten, es bleibt Zeit für ein Kennenlernen. Laut Picken werden auch Soziallotsen eingesetzt. Öffnungszeiten: montags bis samstags von 12 bis 14 Uhr neben der Sankt-Marien-Kirche, Am Fronhof 17.

Café Kontakt: Diesen offenen Treffpunkt bieten die evangelischen Gemeinden bereits an, allerdings nicht täglich. Ursprünglich sei es ohnehin geplant gewesen, das Angebot gemeinsam durchzuführen, sagt Picken. Deswegen wollen die Katholiken nun ab dem 13./14. Januar jeden Mittwoch und Donnerstag die Lücke schließen. Einen Probelauf gab es bereits: "Es kamen 90 Flüchtlinge nach Sankt Marien", sagt Picken. Ein Zeichen dafür, dass der Bedarf besteht. Ab 13. Januar öffnet das Café Kontakt immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr im Pfarrzentrum, Burgstraße 43 a, ab 14. Januar jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr im Bistro Herz Jesu, Beethovenallee 38.

Beratungsförderdienst: Zehn Flüchtlingskinder sind bisher in zehn katholischen Kitas untergekommen. Die Mitarbeiter des heilpädagogischen Dienstes fungieren als Bezugspersonen für die Kinder und helfen unter anderem beim Spracherwerb. Start ist am 1. Januar.

Leseprojekte: In drei katholischen Büchereien (Marien, Evergislus und Andreas) gibt es Leseprojekte für Flüchtlingskinder. Während den Kindern vorgelesen wird, können sich die Eltern im Nachbarraum austauschen. Es ist ein offenes Angebot, zurzeit allerdings ist die maximale Teilnehmerzahl erreicht. Im neuen Jahr soll das Angebot ausgeweitet werden.