Bürgerstiftung Rheinviertel feiert Jubiläum

Der Blick zurück und nach vorn

Das Journal zum zehnjährigen Bestehen der Bürgerstiftung Rheinviertel stellen (von links) Hanns-Christoph Eiden, Annette Schwolen-Flümann, Wolfgang Picken und Christine Kiderlin vor. FOTO: RONALD FRIESE

Das Journal zum zehnjährigen Bestehen der Bürgerstiftung Rheinviertel stellen (von links) Hanns-Christoph Eiden, Annette Schwolen-Flümann, Wolfgang Picken und Christine Kiderlin vor.

19.11.2015 BAD GODESBERG. Bürgerstiftung Rheinviertel stellt Journal zum zehnjährigen Bestehen vor

Das Jubiläumsjahr geht zu Ende, die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Bürgerstiftung Rheinviertel sind so gut wie abgeschlossen. Doch neben dem Symposion, zu dem sich am Dienstag Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, Ex-Verfassungsrichter Udo Di Fabio und Telekom-Chef Timotheus Höttges angesagt hatten, gibt es noch einen weiteren Höhepunkt: das Journal zum Jubiläum. "Es ist ein Rückblick auf die vergangenen Jahre, eine Bestandsaufnahme mit Vorstellung der Projekte und ein Rechenschaftsbericht - auch finanziell", erklärt Dechant Wolfgang Picken, der auch Vorsitzender der Bürgerstiftung ist.

Die Projekte - das sind die Kitas und ihre Koordination, die Palliativschwestern und die Akademie, die Buchpaten und die Jugendarbeit. "Es war ein langer Prozess", sagt Christine Kiderlin von der Bürgerstiftungs-Geschäftsstelle. Man habe gesehen, wie sich ein Projekt aus dem anderen entwickele, sagt sie.

Aus den ursprünglich zwei Kitas, die die Bürgerstiftung von der Gemeinde übernommen und so vor der Schließung bewahrt hat, wurden drei, es kam zur U 3-Betreuung und zum Bau des Inklusionskindergartens.

Oder das Hospiz, ergänzt Picken. Zunächst habe man mit zwei halben Stellen geplant. Aus diesen sind mittlerweile vier volle geworden. Diese Weiterentwicklung betont auch der stellvertretende Vorsitzende Hanns-Christoph Eiden. Und weist auf den Einsatz aller Beteiligten hin: "Es ist nicht selbstverständlich, es ist nicht einfach da. Was erreicht wurde, muss immer wieder neu errungen werden - durch Arbeit, Einsatz und Spenden."

"Wenn man Türen aufmacht, dann schaffen wir viel"

Das geschehe mit Unterstützung vor Ort und indem man die vorhandenen Kompetenzen nutze, sagt Picken. Durch das vorhandene Know-how aller Mitstreiter könne man die Qualität lokal sichern und ausweiten. "Es wird getragen vom ganzen Viertel", sagt Kiderlin. Und darüber hinaus.

"Wenn man Türen aufmacht, dann schaffen wir viel", meint Picken auch mit Blick auf die Flüchtlingssituation. "Die Bürger müssen merken, dass sie dürfen, dass sie geschätzt werden. Es ist auch ein Lernprozess für die Verwaltung, das bürgerschaftliche Engagement zuzulassen." 

Doch wie sieht es mit den Finanzen aus? 394 000 Euro betrugen die laufenden Kosten im vergangenen Jahr, ist in dem Journal zu lesen. Hinzu kamen projektbezogene Sonderausgaben: dazu gehörte zum Beispiel der Umbau der Sonja-Kill-Kindertagesstätte zum Inklusionskindergarten. Sie schlugen mit insgesamt 170 000 Euro zu Buche. Somit wurden 2014 rund 564 000 Euro ausgegeben.

 Das Stiftungsvermögen - inklusive der Unterstiftungen "von Carstanjen" und "Für uns Pänz" - beläuft sich auf rund 7,1 Millionen Euro. Dieses ist, genau wie die Betriebsmittel und die Ergebnisrücklagen, in Immobilien, Wertpapieren und Tagesgeld angelegt. Damit wurden 164 000 Euro erwirtschaftet. Was bedeutet, dass jährlich rund 400 000 Euro hinzukommen müssen. Dies geschieht einerseits durch Spenden, andererseits aber durch Einnahmen aus Veranstaltungen. (Ayla Jacob)