Alexander-von-Humboldt-Stiftung

Den Standort soll Koalition festschreiben

Schaltzentrale: Das Hauptgebäude der Humboldt-Stiftung in der Jean-Paul-Straße muss dringend saniert werden.

BONN. Die Bonner Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD) und Katja Dörner (Grüne) bestätigen die Schwierigkeiten, das Auswärtige Amt zu einem klaren Signal für den dauerhaften Verbleib der Alexander-von-Humboldt-Stiftung in Bonn zu bewegen.

"Die regionalen Abgeordneten haben in den letzten Jahren immer wieder nachgefasst. Aus Rücksicht auf den zuständigen Minister Guido Westerwelle, der ja auch seinen Wahlkreis in Bonn hatte, haben wir dies nie öffentlich gemacht. Wir sind sehr enttäuscht und erwarten jetzt eine Entscheidung pro Sanierung des Gebäudes noch vor der Regierungsbildung durch das Auswärtige Amt", so die beiden Politiker.

Wie berichtet, warten die rund 200 Mitarbeiter der in Bad Godesberg sitzenden Stiftung auf eine Entscheidung: Laut AA wird geprüft, ob es "wirtschaftlicher" ist, die Gebäude für zehn bis 15 Millionen Euro zu sanieren oder die Stiftung nach Berlin zu holen.

Interessant: Das rot-grüne Abgeordnetenduo will sich bei den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen für die Stiftung stark machen: "Wir werden versuchen, dies im Koalitionsvertrag zu verankern", hieß es.

Aus dem Umkreis des geschäftsführenden Außenministers Guido Westerwelle (FDP) war am Mittwoch zu hören, er fände es "erstaunlich", dass Kelber die Verantwortung der nächsten Regierung für die Zukunft der Stiftung ablehne. Mal abgesehen vom Gebot der Fairness, seien es doch fachlich-haushalterische und politische Entscheidungen mit Langzeitwirkung, die von der nächsten Bundesregierung übernommen werden müssten. Westerwelle, hieß es, habe sich stets für eine Stärkung Bonns als Stadt der internationalen Begegnung und Wissenschaftsstandort eingesetzt.