Neuer Eigentümer

Capital Bay übernimmt City-Terrassen in Godesberg

Die Bauarbeiten am Altstadtcenter gehen weiter: Aktuell wird das Pflaster von Rampe und Terrassen saniert.

Die Bauarbeiten am Altstadtcenter gehen weiter: Aktuell wird das Pflaster von Rampe und Terrassen saniert.

Bad Godesberg. Der neue Eigentümer Capital Bay übernimmt die Immobilie Anfang September von FFire aus Berlin. Dann erst will der Geschäftsführer sich zu den weiteren Plänen äußern.

Aktuell versperren Gitter den Aufgang zu den City-Terrassen – das Pflaster des Plateaus und die markante Treppenrampe des Gebäudeensembles werden saniert. Was man nicht sieht: Das gesamte Altstadtcenter ist verkauft. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die bisherige Eigentümerin FFire Immobilienverwaltung GmbH aus Berlin das Objekt bereits im Februar an die Capital Bay GmbH veräußert, die ihren Sitz ebenfalls in Berlin hat. Das Center mit 158 Wohnungen, 8100 Quadratmetern Gewerbefläche und 780 Parkhausplätzen habe für einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ den Besitzer gewechselt, heißt es unter der Überschrift „Millionen bewegt“ in einer Pressemitteilung des beteiligten Immobilienmaklers Michael Beier aus Essen.

„Als Eigentümer wird Capital Bay erst Anfang September in alle Rechte eintreten“, erklärt Firmensprecher Tom Zeller auf GA-Anfrage. Deshalb habe man den Kauf bislang nur gegenüber Fachmedien der Immobilienwirtschaft kommuniziert. Das erst 2016 gegründete Unternehmen, das nach eigenen Angaben Gelder institutioneller Anleger und wohlhabender Familien verwaltet und in eigene Großobjekte investiert, wolle die City-Terrassen mindestens für die gesetzliche Haltefrist von zehn Jahren im eigenen Bestand behalten, sagt Zeller. Erst danach sind Gewinne aus einem Weiterverkauf für die Eigentümer steuerfrei. Im September werde Geschäftsführer George Salden sich auch zu den weiteren Plänen äußern.

Wer hinter dem neuen Eigentümer tatsächlich steckt, ist unklar. Salden, der mit bürgerlichem Namen Jörg Steffen heißt, will alleine in den ersten zehn Monaten seit Firmengründung Anfang 2016 ein Finanzvolumen von knapp 1,3 Milliarden Euro eingesammelt haben. Die Spuren der Geldgeber führen nach Recherchen des Magazins „Stern“ unter anderem nach Luxemburg und Investoren auf der Insel Zypern.

Kein Kommentar zum Verkauf

Laut Capital Bay war Salden, ein gebürtiger Schwabe mit amerikanischem Pass, zuvor bei wechselnden Unternehmen für internationale Immobilientransaktionen mit einem Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro zuständig.

Von einer langfristigen Perspektive für die City-Terrassen hatte noch im vergangenen Jahr die bisherige Eigentümerin FFire gesprochen, die 2010 nach der Banken-Krise ebenfalls in Berlin als Feuerwehr in der Immobilienwirtschaft für „Non-Performing Loans“ – also notleidende, schlecht vermietbare Geschäftsimmobilien – gegründet wurde. 2013 hatte sich FFire in Bad Godesberg – ebenfalls auf Vermittlung Beiers – eingekauft.

Auf Nachfrage des General-Anzeigers möchte sich bei FFire niemand mehr zu dem Verkauf äußern. Auf der Homepage des Unternehmens ist zu lesen, die „Exit-Strategie“ hänge im wesentlichen vom „Marktumfeld“ ab. Das war angesichts stark gestiegener Immobilienpreise auch in der Region Bonn offenbar verlockend für einen frühzeitigen Verkauf. Womöglich haben sich aber auch die finanziellen Erwartungen nicht vollends erfüllt. Aktuell werden auf der Homepage der City-Terrassen neun Wohnungen mit zwei bis sieben Zimmern zur Vermietung angeboten.

Sanierung geht weiter

FFire hat das wegen seiner dominierenden Größe umstrittene Altstadtcenter umfangreich saniert. Ein Betrag von 35 Millionen Euro stehe für Kauf und Investitionen zur Verfügung, hatte seinerzeit Peter Brockhaus, Geschäftsführer der FFIRE Property Management GmbH, erklärt. 2016 wurden die Investitionen mit 41 Millionen Euro beziffert.

Ankermieter im sanierten Erdgeschoss sind ein Rewe-Markt und die Bonner Volkshochschule; das traditionsreiche italienische Restaurant Valtellina hat seinen Logenplatz Richtung Theater behalten. Die schlecht zu vermietenden Gewerbeflächen entlang der oberen Terrasse wurden in 51 zusätzliche Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von neun Euro umgestaltet. Plakate an der Backsteinfassade werben für „familienfreundliche Stadthäuser und Wohnungen mit Blick auf die Burg“. Die Mieter wurden über den Eigentümerwechsel informiert. Bisher gibt es nach Angaben eines Bewohners keine Veränderungen. Auch die Sanierungsarbeiten gehen offensichtlich weiter.