Redoute in Bad Godesberg

Brunnen "Faun und Nymphe" fristet Schattendasein

Der Brunnen "Faun und Nymphe" unter der Eibe an der Redoute.

BAD GODESBERG. Er fristet im Wortsinn ein Schattendasein, direkt unter einem Nadelbaum am Haus an der Redoute. Dabei ist der Brunnen "Faun und Nymphe" nach Auffassung des Bad Godesberger Heimat- und Geschichtsvereins eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler in Bad Godesberg. Und genau deshalb fordert der Verein eine Verlegung. Zwar nur um einige wenige Meter Richtung Redoute, aber immerhin.

Trotz seiner Bedeutung, so der Heimatverein, sei er weithin unbekannt. "Das liegt", so der Vorsitzende Martin Ammermüller "an seinem etwas versteckten Standort neben dem kleinen seitlichen Eingang zur Redoute vor dem Haus an der Redoute und daran, dass der Brunnen dort auch nicht betrieben werden kann."

Der heutige Standort wurde gewählt, als Gerda-Dorothea de Weerth den Brunnen 1970 der Gemeinde zur Verfügung stellte. De Weerth wohnte im "Haus an der Redoute" bis zu ihrem Tod 1995 im 101. Lebensjahr. Sie war eine Tochter von Karl von der Heydt, der das Schloss Wacholderhöhe (heute die Villa Stella Rheni des Aloisiuskollegs) gebaut und dieses sowie den dazugehörigen Park mit vielen Kunstwerken verschönert hatte.

Der Wuppertaler Bildhauer Wilhelm Neumann-Torborg (1856-1917) hat nach siebenjährigem Romaufenthalt die Plastik 1892 geschaffen. Der römische Naturgott Faun ist ein hässlicher Alter mit Warzen, kleinen Hörnern und dem Bein eines Ziegenbocks. In den Händen hält er eine Panflöte, benannt nach seinem griechischen Pendant. Der Gott beschützt die Hirten und ihre Herden, aber durch sein plötzliches Auftauchen versetzt er die Menschen in Schrecken.

Dagegen lehnt sich die schöne Nymphe, eine griechische Naturgöttin, angstfrei, an den Faun und beide blicken verwundert auf ihr ungleiches Fußpaar. "Durch eine Verlagerung des Brunnens um wenige Meter in die ungenutzte Ecke zwischen dem Haus an der Redoute und der Redoute könnte der Brunnen besser sichtbar werden, nach einer einfachen gärtnerischen Umgestaltung in einer passenden Umgebung stehen und ohne Verschmutzung durch darüber stehende Bäume in Betrieb genommen werden", meint Ammermüller.

Für die Pflege will der Heimatverein nun eine Patenschaft übernehmen. Nach seiner Auffassung ist der Brunnen in seiner künstlerischen Gestaltung dem viel gelobten Brunnen "Knabe an der Quelle" von Naoum Aranson im Stadtpark ebenbürtig, der von den Brüdern Wendelstadt 1905 gestiftet wurde. Für diesen Brunnen hat der Verein bereits die Brunnenpatenschaft übernommen.

Ein Beschlussvorschlag für die Sitzung der Bezirksvertretung am 16. Januar sieht vor, dass die Kommunalpolitiker der Verlegung des Brunnens vor den Küchentrakt der Redoute zustimmen sollen. Die Kosten für Sanierung und Verlegung in Höhe von 6 500 Euro will der Heimatverein übernehmen.