Sportcamp in Bad Godesberg

Bonner Sport, Kultur und Wirtschaft helfen benachteiligten Jugendlichen

Schulterschluss zugunsten Jugendlicher: Michael Scharf, Hubertus Hille, Bernhard Helmich, Jürgen Reske, Christian Schenk und IHK-Sprecher Michael Pieck (v.links) im Gespräch.

BAD GODESBERG. 26 Jahre soll das her sein? Den Modellathleten sieht man ihm noch immer an. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul durfte Christian Schenk seinen größten sportlichen Erfolg feiern: Die Goldmedaille.

Jetzt will der Zehnkämpfer in Bad Godesberg Jugendlichen über Ziellinie und Latte helfen. Schenk beteiligt sich am einwöchigen Sportcamp, das ein Zusammenschluss von Wirtschaft, Kultur und Sport im Juli erstmals auf die Beine stellt. Bewegung, Integration und digitale Bildung - dies werden die drei Schwerpunkte sein, wenn sich Mitte Juli insgesamt rund 60 Jugendliche eine Woche lang rund um die Bad Godesberger Kammerspiele tummeln.

Gedacht ist das "Camp Sport 4.0", so der offizielle Titel, als Bildungs- und Integrationsprojekt. Ausgerichtet wird es vom Stadtsportbund Bonn mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg und eben Christian Schenk, der die pädagogische Projektleitung übernimmt.

Weitere Kooperationspartner sind die Kammerspiele und der Verein Innocence in Danger. Finanziell mit 17.000 Euro gefördert wird das Projekt von der Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse in Bonn, was deren Vertreter Jürgen Reske mit dem Verweis auf die Bedeutung des "Musterprojekts" bekräftigte.

All deren Repräsentanten versammelten sich nun, auf Gymnastikbällen sitzend, zu einer etwas anderen Pressekonferenz in den Kammerspielen. Gerade die Vertreter von Kultur und Sport, zuletzt eher als Konfliktparteien wahrgenommen, drückten dabei ihre Vorfreude auf die Zusammenarbeit aus: "Wir haben spontan zugesagt", so Michael Scharf vom Stadtsportbund.

"Es ist das beste, solche Albernheiten zu begraben, mit denen sich Bonn überregional lächerlich macht", bestätigte ihn Theaterintendant Bernhard Helmich mit Blick auf zurückliegende Konflikte. Ähnlich wie das Theater habe auch der Sport eine sehr emotionale Komponente, sagte Christian Schenk und ergänzte: "Wir können den Jugendlichen, die im Alltag vielfach nichts als Schwierigkeiten haben, hier einen freien Blick auf die eigenen Perspektiven verschaffen."

Schirmherr Hubertus Hille (IHK) verwies auf die Notwendigkeit sozialer Kompetenz, deren Fehlen von den Ausbildungsbetrieben vermehrt beklagt werde. "Sport 4.0" soll die geistige und körperliche Beweglichkeit ebenso fördern wie Gemeinsinn das Verständnis für verschiedene Kulturen. Zielgruppe sind vor allem benachteiligte Kinder und Jugendliche, denen Freude bereitet und Gruppenerlebnis ermöglicht werden soll.

Info

Stattfinden soll das Feriencamp in der Zeit vom 14. bis zum 19. Juli. Teilnehmen können rund 60 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sieben und 16 Jahren, wobei drei altersgemäße Gruppen gebildet werden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro. Anmeldung per Post, Fax oder E-Mail an: Stadtsportbund Bonn e.V., Am Frankenbad 2, 53111 Bonn, Fax: 0228/9654764, E-Mail: kontakt@ssb-bonn.de. Formulare liegen auch in den Geschäften aus.