Schaden für die Gesundheit

Bonner Schüler informieren sich über Internetsucht

Stehen für das Projekt (v.l.): Schulleiter Hermann Hohn, Regina Sittel, Jana Sczyka, Katrin Friedrich und Projektleiterin Kaya Semglaty.

Stehen für das Projekt (v.l.): Schulleiter Hermann Hohn, Regina Sittel, Jana Sczyka, Katrin Friedrich und Projektleiterin Kaya Semglaty.

Bad Godesberg. Die Schüler am Friedrich-List-Kolleg haben sich in einem dreitägigen DigiCamp mit Gefahren im Netz, Mediensucht und Ernährung auseinander gesetzt. Dabei ging es auch um Verhaltensweisen, die auf eine Internetsucht hindeuten.

Digitales Leben und Gesundheit passen eigentlich nicht zusammen, meint man. Digitales Leben und Sicherheit auch nicht. Dass es doch zusammenpassen kann und wie das geht, lernten die Schüler der ItA-Stufe (Informationstechnische Assistenten) am Friedrich-List-Kolleg jüngst in einem dreitägigen Digi Camp an ihrer Schule. Die jungen Leute zwischen 16 und 20 Jahren setzten sich in Theorie und Praxis mit den Gefahren im Netz und jenen der Digitalisierung für ihre eigene Gesundheit auseinander.

Unter dem Titel „Internetsuchtmaschine“ erfuhren die Schüler, welche Verhaltensweisen noch mit gesunder Lebensweise vereinbar sind und an welchen Eckpunkten man den Beginn einer Sucht erkennt. Spätestens dann, wenn die körperliche Fitness leidet, sei es nicht mehr gesund, kommentierte ein Schüler trocken. Er hatte den Block „Fit durchs Netz“ offenbar erfolgreich absolviert. Gesunde Ernährung lernten die Jugendlichen als dritte Komponente der digitalen Gesundheit in einem weiteren Block kennen.

„Wir wollen für unsere Schüler immer etwas Neues rund im die Digitalisierung bieten“, erklärte Initiatorin Katrin Friedrich. Sie ist Lehrerin am Kolleg und stellte den Kontakt zu BG3000 her. Zusammen mit der Barmer Krankenkasse bringen deren Projektleiter wie Kaya Semglaty Referenten zu digitalen Themen an die weiterführenden Schulen und Berufskollegs. Ziel sei es, mit den jungen Menschen in theoretischen Blocks am ersten der drei Camp-Tage die Grundlagen zu erarbeiten. Am zweiten und dritten Tag ging es an die praktische Umsetzung. Der 16-jährige Simon fand es spannend, wie einfach und schnell manche Internetwerkzeuge anwendbar waren und wie vielfältig er sie verwenden konnte.

Risiken und Nebenwirkungen von als subjektiv völlig harmlos empfundenen Verhaltensweisen brachte der Block „Sicherheit und Respekt im Netz“ deutlich nahe. Netiquette, Cybermobbing und Sexting standen im Vordergrund. Der Trend, vermeintlich einzelnen und bekannten Internetkontakten im Netz intime Bilder und Kurzvideos zu schicken, hatte mit einem besonderen Angebot einiger Plattformen zugenommen.

Die Anbieter legen dem Versender einer Bild- oder Videodatei scheinbar in die Hand, wie lange der Empfänger sich die Datei anschauen darf. Nach dem Ablauf dieser Zeit – meist einige Sekunden – sollen sich die Dateien selbst zerstören. Etlichen der jungen Erwachsenen war nicht bekannt, dass solche Dateien abgefangen oder mit einem simplen Screenshot dauerhaft sichtbar gemacht werden können. Auch kompletter Dateidiebstahl ist mit wenigen Vorkenntnissen möglich.