Verständigung mit Musik und Tanz

Benefizkonzert für Flüchtlinge im voll besetzten Pfarrzentrum St. Marien

Die Tanz-AG des Clara-Fey-Gymnasiums zeigt bei der Veranstaltung im Pfarrzentrum Sankt Marien eine ihrer Choreographien.

Die Tanz-AG des Clara-Fey-Gymnasiums zeigt bei der Veranstaltung im Pfarrzentrum Sankt Marien eine ihrer Choreographien.

Bad Godesberg. "Aus fremden Gesichtern wollen wir Freunde machen"- so lautete die Devise der 18-jährigen Godesbergerin Katharina Kalbfleisch, die unter dem Motto "Von Fremden für Freunde" in das Pfarrzentrum von St. Marien zu einem Benefizkonzert für Flüchtlinge eingeladen hatte.

Mit Unterstützung ihrer Familie und der Bürgerstiftung Rheinviertel stellte die angehende BWL-Studentin ein buntes und kreatives Musik- und Tanzprogramm zusammen, das sich am Freitagsabend sehen und hören lassen konnte.

"Das zeigt, dass wir in der Lage sind, fröhliche Abende fürs Miteinander organisieren zu können", freute sich beispielsweise Gemeindemitglied Manfred Wüllner über die gelungene Veranstaltung, zu der nach Schätzungen von Organisatorin Katharina Kalbfleisch etwa 25 bis 30 Flüchtlinge erschienen waren, die größtenteils aus der Flüchtlingsunterkunft in der nahe gelegenen Michaelschule stammten.

Kalbfleisch, die nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr am Clara-Fey-Gymnasium und nach einem Praktikum im Familienzentrum von St. Marien "in die Flüchtlingshilfe reingerutscht" war, zeigte sich im voll besetzten Pfarrzentrum "überwältigt" von Zuspruch und Atmosphäre. "Besser konnte es nicht laufen", konstatierte sie.

Den musikalischen Auftakt machte der junge Chor der Gemeinde St. Andreas, in dem auch Katharina Kalbfleisch mitwirkte. Mit einem Stück in Fantasiesprache und afrikanisch anmutenden Klängen stellten die jungen Sänger die Weichen für einen bunten Abend mit unterschiedlichster Musik und kreativen Tänzen, für die insbesondere die Tanz-AG des Clara-Fey-Gymnasiums sorgte.

Neben Solo-Beiträgen einiger junger Künstler, zu denen ebenfalls Katharina Kalbfleisch, in diesem Fall mit Klavierbegleitung zählte, und Musik von Coldplay über Camille Saint-Saëns bis hin zu eigenen Kompositionen und Kreationen, sorgte als letzter Programmpunkt der Privatchor "Grüne Welle" für ein begeistertes Publikum.

Den Abschluss bildete der vom Chor vorgetragene Bläck Föös-Titel "Unsere Stammbaum" mit dem Refrain: Su simmer all he hinjekumme, mir sprechen hück all dieselve Sproch. (So sind wir alle hierher gekommen, wir sprechen heute alle die selbe Sprache). Mir han dodurch su vill jewonne. Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing. Dat es jet ,wo mer stolz drop sin. (Wir haben dadurch so viel gewonnen. Wir sind wie wir sind, wir Jecke am Rhein. Das ist etwas, wo wir stolz drauf sind.)

"Ein Stück, das wirklich gut in unsere Zeit passt", kommentierte Manfred Wüllner. Und einer der zahlreichen jungen Künstler bemerkte: "Das war eine großartige Idee, Menschen über die Kultur zusammen zu bringen." Höhepunkt für die Organisatorin "war die Tatsache, dass die Flüchtlinge getanzt und richtig Spaß gehabt haben und wir ihnen damit eine Freude bereiten konnten".