Bauverzögerung

Belasteter Boden bereitet in Lannesdorf Probleme

Die Lannesdorfer müssen sich noch gedulden, was den Bau des neuen Einkaufszentrums angeht.

Die Lannesdorfer müssen sich noch gedulden, was den Bau des neuen Einkaufszentrums angeht.

LANNESDORF. Die Bodensanierung an der Deutschherrenstraße ist aufwändiger als gedacht. Parallel arbeitet der Investor an einer Überarbeitung des Bebauungsplans für ein Wohn- und Einkaufszentrum.

Die Planungen für das Wohn- und Einkaufszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Lubig an der Deutschherrenstraße gehen 2019 bereits ins zehnte Jahr. Die Firma Dreh- und Massenteile Lubig aus Deuselbach im Hunsrück will hier eine Verkaufsfläche für den Edeka-Markt Mohr sowie weitere Einkaufsflächen und Wohnungen bauen. Da der Untergrund mit Mineralölen und Lösungsmitteln aus der Zeit der Metallverarbeitung in der Maschinenfabrik belastet war, musste zunächst geklärt werden, wie mit dem kontaminierten Boden umgegangen wird. Vollständig geklärt war das Vorgehen erst im Mai 2016. Danach wurde das Bauleitplanverfahren wieder in Gang gesetzt.

Der im Vorfeld der Bebauung notwendige Bodenaustausch ist immer noch im Gange. „Der Boden wird bis neun Meter Tiefe ausgehoben, nach Schadstoffgehalten analysiert, sortiert und entsorgt“, erklärt Lubig-Geschäftsführer Sebastian Lubig. „Danach werden die Gruben mit sauberem Material wiederverfüllt.“ Ab einer Tiefe von vier Metern, so Lubig, setzt man Spundwandkästen, die dann mit einem Bagger ausgehoben werden.

Das ursprünglich für den 31. Juli 2018 geplante Ende dieser von der Firma A. Frauenrath Recycling GmbH aus Heinsberg durchgeführten Bodensanierung musste jedoch verschoben werden. „Weil sich der Schaden im Verlauf der Baumaßnahme als größer dargestellt hat, muss deutlich umfänglicher ausgekoffert werden“, begründet Lubig den Zeitverzug.

Sprich: Die Schadstoffe sind tiefer in den Boden eingedrungen als zunächst gedacht. Das weitere Vorgehen hat ein Fachgutachter mit der Baufirma, dem städtischen Umweltamt und der Firma Lubig abgestimmt. Nach aktuellen Planungen geht Lubig davon aus, dass die endgültige Bodensanierung bis Ende 2018 erfolgt ist. „Insgesamt wird der Schaden daher umfänglich und gründlich beseitigt“, so Lubig.

Gutachten muss erstellt werden

Die Firma Lubig hat parallel ein Bonner Architekturbüro mit der Anpassung des Bebauungsplans beauftragt. Die politischen Gremien hatten mit einem Beschluss im Frühjahr 2017 eine solche Überarbeitung gefordert: Der Neubau der geplanten Ladenpassage im Norden müsse in Richtung Zentrum verlegt werden, um einen räumlichen Bezug zum Ortsteilzentrum am Brunnenplatz herzustellen, meinten die Politiker mit Blick auf die gesamtstädtebauliche Entwicklung. Außerdem sollte die Zahl der Pkw-Stellplätze reduziert und alternativ mehr Bäume gepflanzt werden, um den Parkplatz besser ins Ortszentrum zu integrieren.

Ursprünglich angedacht waren 165 Pkw-Stellplätze, 50 Fahrradabstellplätze und etwa 33 Bäume. Auch der geplante Zuweg war ein Diskussionspunkt. Zusätzlich zur Zufahrt über die Deutschherrenstraße und dem Geh- und Radweg zur Paracelsusstraße verlangten die Politiker außerdem die Prüfung einer weiteren Zufahrt über die Paracelsusstraße mit begleitendem Geh-/Radweg, um eine sichere und flüssige Verkehrsführung zu ermöglichen. Diese war in der ursprünglichen Planung der Firma Lubig zwar vorgesehen. Aber die Verwaltung befürchtete, dass durch die zweite Zufahrt eine Art „Schleichweg“ entstehen könnte und forderte Umplanungen.

Nicht zuletzt muss noch ein Gutachten zu Verkehr und Lärmschutz erstellt und die Frage geklärt werden, ob die Größe der geplanten Verkaufsfläche in die örtliche Zentrenstruktur passt. Nach der Überarbeitung wird der neue Bebauungsplan ein weiteres Mal den Kommunalpolitikern vorgelegt. Es folgt außerdem eine öffentliche Bürgerbeteiligung zu diesen Plänen.