"Bonner Technologie-Talk"

Beim Thema IT-Sicherheit "herrscht große Verunsicherung"

Tauschten sich über IT-Sicherheit aus (von links): Klaus M. Brisch, Heiko Oberlies, Andreas Könen, Simone Stein-Lücke, Thomas Freund, Hendrik Andreas Reese, Waldemar Zgrzebski, Franz Rotländer.

11.04.2014 PENNENFELD. Die digitale Revolution hat alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft erfasst. Kein Unternehmen kann es sich noch leisten, auf die Errungenschaften der modernen Technik zu verzichten. Doch sind die Firmen - große wie kleine - den Herausforderungen der Digitalisierung überhaupt gewachsen?

Kaum ein Tag vergeht mehr ohne alarmierende Meldungen zu Datenklau, Wirtschaftsspionage und Cyber-Angriffen. Und nicht zuletzt gibt es da den Fall Snowden. Grund genug für den Bund Katholischer Unternehmer (BKU) gemeinsam mit Simone Stein-Lücke, Geschäftsführerin der Bonner Agentur Bonne nouvelle, zum ersten "Bonner Technologie-Talk" in die Räume der Firma Bechtle IT Systemhaus einzuladen.

Schon der Impulsvortrag von Klaus M. Brisch, Fachanwalt für IT-Recht, ließ manchen der rund 70 anwesenden Unternehmer am Donnerstagabend nachdenklich werden. "Alles was vorstellbar ist, ist technisch auch umzusetzen", sagte Brisch. Er ging vor allem auf die kulturellen Unterschiede zwischen Europa und den USA beim Thema Datensicherheit und informationelle Selbstbestimmung ein. "Ihre Daten werden auch künftig gefährdet sein", gab sich Brisch illusionslos, und seine Kernfrage an die Unternehmensvertreter lautete: "Wie gehen wir mit der eigenen Sicherheit um?"

Antworten darauf versuchten Experten während der anschließenden Podiumsdiskussion zu geben, unter ihnen auch Andreas Könen, Vizepräsident des in Bad Godesberg ansässigen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): "Cyber-Angriffe sind für die deutsche Wirtschaft und auch für die Bürger eine reale Bedrohung. Unternehmen wie Privatpersonen sollten zur Abwehr aber nicht nur technische Maßnahmen berücksichtigen. Aufklärung und Sensibilisierung sind ebenso wichtige Erfolgsfaktoren für die IT-Sicherheit", sagte er. Und er räumte ein: "Viele Fragen sind nach Snowden schwerer zu beantworten."

"Große Verunsicherung in den Unternehmen" konstatierte der IT-Experte der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK), Heiko Oberlies. Sein Tipp: "Im Zweifel die IT-Sicherheit auslagern."

Um digitale Bildung ging es der Moderatorin und Initiatorin der Modellregion "Digitale Bildung in Bad Godesberg", Simone Stein-Lücke, die auch bei der Kommunalwahl im Mai für die CDU als Bezirksbürgermeister-Kandidatin in Bad Godesberg antritt. "In Bad Godesberg haben wir das Glück, großartige Unternehmen, Behörden und Institutionen zu haben, die sich professionell mit dem Thema IT beschäftigen. Mir liegt es am Herzen, genau dieses Fachwissen auch der Bevölkerung, den Schulen und kleineren Gewerben zugänglich zu machen. Deshalb habe ich die Modellregion »Digitale Bildung in Bad Godesberg« ins Leben gerufen."

Info

Ab jetzt bis Ende Juni gründet sich der Beirat "Digitale Bildung". Wer mitmachen möchte, kann sich über die E-Mail-Adresse Digitale-Bildung@bonne-nouvelle.de anmelden. (Michael Wenzel)