Teure Baustellen

Baufirmen verlangen zu viel Geld von der Stadt

Der Ria-Maternus-Platz wird in den nächsten Monaten erst einmal nicht saniert. Der Stadt sind die Angebote der Baufirmen zu hoch.

Der Ria-Maternus-Platz wird in den nächsten Monaten erst einmal nicht saniert. Der Stadt sind die Angebote der Baufirmen zu hoch.

Bad Godesberg. Die Sanierung des Ria-Maternus-Platzes verzögert sich erneut. Die Firmen, die sich auf die Ausschreibung gemeldet haben, verlangen der Stadt zufolge zu viel Geld. Auf dem Mehlemer Markt haben die Arbeiten indes begonnen.

Schlechte Nachrichten gibt es bei der anstehenden Sanierung für den Ria-Maternus-Platz. Denn die Firmen, die sich auf die Ausschreibung gemeldet haben, verlangen der Stadt zufolge zu viel Geld. Dagegen haben in Mehlem am Montag die Bauarbeiten begonnen: Die Bagger haben schon jede Menge alter Pflastersteine aus dem Boden des Marktplatzes gerissen. Die bis 12. Oktober dauernden Arbeiten sind in vollem Gange und haben sich damit fast nahtlos an die Verschönerung des Klufterplatzes in Friesdorf angeschlossen. Außerdem beginnt bald die Sanierung in Lannesdorf.

Vor dem Bad Godesberger Bahnhof sollte es eigentlich schon Ende des Jahres losgehen (der GA berichtete). Es hatten sich nach Angaben des Tiefbauamtes vier Firmen gemeldet, die aber um die Hälfte mehr Geld wollten, als veranschlagt. „Aufgrund der momentanen Konjunkturlage und der Auslastung der Firmen ist das Preisniveau für Tiefbaumaßnahmen aktuell sehr hoch“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Über die Aufhebung der Ausschreibung wegen der „unangemessen hohen Preise“ muss das Rechnungsprüfungsamt entscheiden. Anfang 2019 soll es einen neuen Anlauf geben.

Schlechter Zustand der Stellplätze

Mehlem: Für Friesdorf und jetzt Mehlem hatte die Stadt die Firma Tiefbau Glos+Schöps aus Bonn beauftragt. Das alte Pflaster werde gerade abgetragen, sagte Bauleiter Pascal Lenzen. „Nur der Prägeasphalt in der Mitte bleibt.“ Wie der Platz später aussehen soll, war mit Ortsvereinen und Anliegern abgestimmt worden. „Mit der Umgestaltung soll die Wohn- und Aufenthaltsqualität verbessert werden“, teilte Marc Hoffmann vom Presseamt der Stadt mit. Auslöser sei der schlechte Zustand der Stellplätze gewesen, was auch Horst Trimborn bestätigte, der sein Obst und Gemüse von Dienstag bis Samstag auf dem Platz verkauft. „Die Steine waren alle lose“, sagte er. Bei Regen sei, wenn man drauftrat, das Wasser aus den Rillen geschwappt, so sein Kollege. Trimborn ist zufrieden: „Wenn das jetzt alles gemacht wird, haben wir hinterher ein ganz anderes Bild.“

Laut Stadt mussten sieben Bäume gefällt werden, es kommen aber drei neue in großen Baumbeeten hinzu. Da sie nicht mehr so nah an der Sparkassenfassade stehen sollen, werden drei Parkplätze entfallen. Die Sitzflächen auf der Klinkermauer werden erneuert, die alten Schaukästen entsorgt. „Die historischen Deko-Leuchten werden unter Beachtung der neuen Baumstandorte im südlichen Bereich des Marktplatzes neu angeordnet. In diesem Bereich sollen auch die neuen Infokästen der Vereine aufgestellt werden“, teilt Hoffmann mit. Die Fußgängerüberwege der dortigen Kreuzung werden mit sogenannten taktilen Leitelementen ausgestattet, um die Barrierefreiheit zu verbessern. Es werden neue Mülleimer und Fahrradständer installiert.

"Ich hätte gerne vorher die Pläne gesehen"

Trotzdem ist Lidia Ghirardi, Inhaberin des Eiscafés gegenüber von Sankt Severin, skeptisch. „Ich hätte gerne vorher mal die Pläne gesehen.“ 49 Jahre sei sie mit ihrem Mann nun schon im Ort, „Mehlem ist immer derselbe geblieben“. Sie hofft aber, dass es nebenan nun schöner und heller wird. Sie wird es noch wissen, bevor es Ende Oktober für den Winter wieder in die Gegend von Venedig geht.

Friesdorf: Dort muss nun schon seit einigen Tagen niemand mehr den Baulärm ertragen. „Der Platz ist freundlicher geworden“, sagte eine von zwei jungen Müttern, die morgens auf einer Bank die Sonne genossen. „Man hätte aber noch mehr für Kinder tun können.“ Die beiden dachten da zum Beispiel an die vom Bottler- oder Clemens-August-Platz bekannte rote Kletterlokomotive auf weichen Matten. Auf dem Basaltspringbrunnen dürften ihre Kinder jedenfalls nicht klettern, weil der mit seinen Kanten zu gefährlich sei. Der Klufterplatz wird am Sonntag, 16. September, ab 12 Uhr offiziell eingeweiht. Dazu lädt der Ortsausschuss ein.

Lannesdorf: Die Arbeiten auf dem Brunnenplatz wurden am Dienstag beauftragt, heißt es aus dem Tiefbauamt. Bauzeit sei vom 22. Oktober bis 16. November. Der Platz wird begradigt, Mauern werden erneuert, Baumbeete vergrößert. Zur Deutschherrenstraße kommt eine Rampe hin, in die Platzmitte eine neue Hülse für den Weihnachtsbaum.