Konzert für zwei Orgeln in St. Marien

Bankwechsel zwischen den Stücken

Joachim Sarwas (links) und Daniel Kirchmann vor ihrem Konzert in St. Marien.

Joachim Sarwas (links) und Daniel Kirchmann vor ihrem Konzert in St. Marien.

Bad Godesberg. "Was heute besonders anmutet, war im 18. Jahrhundert durchaus geläufig." Mit diesen Worten führte Kirchenmusiker Joachim Sarwas am Sonntagabend in St. Marien in das Konzert für zwei Orgeln ein, das er mit Daniel Kirchmann spielte.

Vor allem in Italien und Spanien, in Kathedralen und Kapitelkirchen konnte man häufiger auf zwei Orgeln treffen. "Das Kloster Einsiedeln in der Schweiz", so der Kirchenmusiker, "hatte zeitweise sogar sechs Orgeln." In der Bibliothek dieser Abteikirche fanden sich sogar Kompositionen für bis zu vier Orgeln.

Sarwas und Kirchmann konnten auch für das Godesberger Konzert an zwei Orgeln auf Noten zurückgreifen, die sich in dieser Schweizer Bibliothek fanden. So kamen die drei Sonaten von Gaetano Piazza (1725-1775), Baltasare A. Pfeyll (Mitte 18. Jh.) und Bonaventura Terreni (ca. 1760-1820) zur Aufführung.

Die beiden Organisten beschrieben das Spiel an den sich im Kirchenraum gegenüberstehenden Orgeln als eine reizvolle Herausforderung. "So etwas macht man auch nicht alle Tage", freute sich Daniel Kirchmann, der das Konzert mit dem "Grand Choeur Dialogué" von Eugène Gigout (1844-1925) an der Hauptorgel der Kirche eröffnete.

Die Klais-Orgel mit drei Manualen und 40 Registern steht auf der Empore der dreischiffigen neugotischen Kirche, während im etwa 50 Meter entfernten Chor eine kleine Orgel mit zwei Manualen und 14 Registern hinter dem Altar steht, die vor allem für die Chorarbeit und den direkten Kontakt zwischen Sängern, Dirigent und Organist dort ihren Platz gefunden hat.

Im Zusammenspiel fällt sie deutlich hinter dem voluminösen Klang der Klais-Orgel zurück und hebt damit den beabsichtigten dialogischen Charakter der meisten Kompositionen hervor.

Oft erscheint die Chor-Orgel nur der Widerhall des großen Instruments auf der Empore zu sein. Durch die Distanz und die damit verbundene Klangverzögerung der beiden Orgeln ist es für die Organisten oft nicht einfach, den genauen Einsatz zum Spiel des Kollegen zu hören.

Zudem wurde es für die Musiker durchaus sportlich, da sie von Stück zu Stück die Orgelbänke wechselten oder auch vierhändig auf der Klais-Orgel spielten, was mehrere Läufe durch das Kirchenschiff notwendig machte. Insbesondere das großartig vierhändig gespielte Präludium von Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809) ließ jedoch die kleine Chor-Orgel nicht vermissen.