„Model United Nations“

Bad Godesberger Schüler repräsentierten San Marino

Die Schüler des Nikolaus-Cusanus-Gymnasiums erhalten Urkunden für die Teilnahme am „Model United Nations“ in Den Haag.

Die Schüler des Nikolaus-Cusanus-Gymnasiums erhalten Urkunden für die Teilnahme am „Model United Nations“ in Den Haag.

Plittersdorf. Beim 51. „Model United Nations“ haben Schüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums San Marino repräsentiert. Die Jugendlichen sollten sich dabei in die fremde Nation hineindenken.

San Marino ist nicht nur dieses kleine Land, gegen das große Fußballnationen meist viele Tore schießen. Die vermutlich älteste Republik der Welt ist auch Mitglied bei den Vereinten Nationen. Oberstufenschüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG) haben sich seit dem vergangenen Sommer mit diesem 33 000-Einwohner-Land beschäftigt, denn sie sollten es beim 51. „International Model United Nations“ in Den Haag repräsentieren. Die Simulation mit Jugendlichen aus aller Welt wurde Ende Januar ausgerichtet, am Freitag erhielten die Plittersdorfer Schüler ihre Teilnahmeurkunden.

„Wir sollten die Position des Landes einnehmen“, so Sonia (17). Es galt dabei, die eigenen Ansichten auszublenden und sich völlig in diese fremde Nation hineinzudenken. „San Marino steht für Freiheit, Demokratie und Unabhängigkeit“, erklärte Marta (18). „Aber es ist auch ein konservatives Land.“ Abtreibung etwa sei dort verboten, und als es darum ging, ob vergewaltigte Rohingya-Frauen, die aus Myanmar geflohen waren, Abtreibungen vornehmen dürfen sollten, musste man sich entscheiden. Trotz der konservativen Einstellung im eigenen Land votierten die San-Marino-Vertreter vom NCG für die Abtreibung.

Zum 29. Mal schon nahm das Gymnasium an diesem Event teil, schon 2010 vertraten die Schüler San Marino. Das Interesse an der Teilnahme war so groß, dass gelost werden musste. Marta hatte Glück, sie durfte schon zum zweiten Mal mit zum World Forum Convention Center in Den Haag. „Ich möchte Politikwissenschaft und Wirtschaft studieren“, sagte sie. Dafür seien die Erfahrungen dort sehr hilfreich.

Die überwiegend aus dem bilingualen Zweig des NCG stammenden Schüler mussten Eröffnungsreden in verschiedenen Kommissionen halten, natürlich auf Englisch. Man erhalte einen besseren Einblick in die Abläufe bei den UN, meinte Alaa. „Das ist eine tolle Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte.“ Auch, weil man dort Kontakte zu jungen Leuten aus vielen Ländern knüpfen könne.