Im Alter von 71 Jahren

Bad Godesberger Original Juppi Schaefer ist tot

Juppi Schaefer starb am Montag im Alter von 71 Jahren.

Juppi Schaefer starb am Montag im Alter von 71 Jahren.

Bad Godesberg. Juppi Schaefer ist tot. Das Bad Godesberger Original starb am Montag überraschend im Alter von 71 Jahren. Schaefer war unter anderem als Betreiber des berühmt-berüchtigten Clubs „Underground“ in Muffendorf bekannt.

Juppi Schaefer ist tot. Diese Nachricht verbreitete sich am Montag in Windeseile über die sozialen Netzwerke. Bereits kurze Zeit nach der ersten Meldung kondolierten zahlreiche Weggefährten, Freunde und Mitstreiter einem Mann, der im wahrsten Sinne des Wortes ein Godesberger Original war. Wie sein Mitstreiter von der Wählergemeinschaft „Die Godesberger“, Uwe Schaak, bestätigte, verstarb Schaefer  Montagfrüh nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren.

Für viele alteingesessene Godesberger war „Juppi“, wie ihn alle nannten, ein Bad Godesberger durch und durch. Geboren im Markusstift, wurde er in der Marienkirche getauft und ging dort zur Kommunion. Seinen Volksschulabschluss machte er an der Burgschule. Es folgten eine Lehre als Kaufmann, die Jahre in seinem berühmt-berüchtigten Club „Underground“ in Muffendorf, die Arbeit als Cutter und die letzten Jahre auch als Godesberger Kommunalpolitiker.

Ernst-Ludwig Hartz, Alt-Godesberger und Konzertveranstalter, erinnerte insbesondere an das Underground, das Ende der 1960er Jahre für viele Rockbands wie „Queen“ zum Sprungbrett für eine spätere internationale Karriere werden sollte. „Er hat das fantastisch gemacht, er hat viel für die Musikszene getan“, meinte Hartz. Und: „Das Underground war damals der Club in Deutschland und Juppi hat da viel bewegt.“ Als „Godesberger Urgestein“ bezeichnete ihn Jürgen Schönewald, Administrator der Facebook-Gruppe „..du kommst aus Bad Godesberg. „Man konnte sich an ihm reiben, aber in seinem Engagement für Godesberg war er immer er selbst.“

Das belegt auch seine legendäre Film-Dokumentationsreihe „Kaputt in Godesberg“, mit der er Ende der 1980er Jahre startete. In mehreren DVDs hielt er über Jahrzehnte von ihm ausgemachte Missstände und Fehlentwicklungen mit der Kamera fest. Sein Lebensthema, der Abriss der Godesberger Altstadt, zog sich dabei wie ein roter Faden durch das üppige Filmmaterial. Mit seinem „Alt-Godesberger Bilderbuch“ machte der Junge aus dem Knolleveedel seiner Heimatstadt vor 20 Jahren ein besonderes Geschenk. Und mit seiner ganz persönlichen Verfilmung der Erstürmung der Godesburg sorgte er 1998 für Godesberger Filmgeschichte.

Mit dem Ziel, nicht immer nur zu meckern und zu jammern, schaffte er bei der letzten Kommunalwahl mit rund sechs Prozent den Einzug in die Bezirksvertretung. Noch vor wenigen Monaten bezeichnete er den Godesberger Leitbildprozess in der ihm eigenen Art als „idiotischen Wünsch-dir-was-Prozess“. „Er war eine wichtige Stimme in Godesberg“, konstatierte gestern der frühere Bürgermeister Horst Naaß. Eine Stimme, die fehlen wird.