Geplanter Umbau am Bahnhof

Bad Godesberger Klangstation wird zur Radstation

Bad Godesberg. Die Bonner Politik entscheidet Ende März über Umbau am Bad Godesberger Bahnhof. Die Frage, ob eine Toilette dort hinkommt, ist noch ungeklärt.

Es kommt wieder Bewegung in die Planungen rund um eine mögliche Radstation am Bad Godesberger Bahnhof. Am Donnerstag, 28. März, stimmt der Stadtrat erneut über einen entsprechenden Umbau der ehemaligen Klangstation ab.

Vorgesehen sind sowohl ein Parkhaus für Fahrräder mit 192 Stellplätzen im automatisierten Betrieb als auch ein Servicebereich mit dazugehöriger Werkstatt. Besucher sollen ihre Fahrräder dort kurz- oder längerfristig parken, reparieren lassen oder, falls sie Pedelecs besitzen, auch aufladen können. Ergänzend ist ein Fahrradverleih angedacht. Die Kosten für den Umbau würden in etwa 660.000 Euro betragen, wobei die Stadt bis Ende Mai einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent, also 462.000 Euro, beim Land Nordrhein-Westfalen beantragen kann.

Wie die Verwaltung mitteilt, könnte in der Radstation theoretisch auch eine öffentliche Toilette eingerichtet werden. Dies würde die Anzahl der Stellplätze auf 180 reduzieren. Das Stadtplanungsamt betont indes, dass der Bau und Betrieb einer Toilettenanlage eigenständig in Auftrag gegeben werden müssten und derzeit nicht Bestandteil der Planung seien.

Welches Ergebnis die Abstimmung Ende März nehmen wird, können derzeit noch nicht alle Ratsfraktionen absehen. Grundsätzlich wird das Projekt jedoch befürwortet. So würde Helmut Redeker (SPD) es etwa begrüßen, wenn sich der Bahnhof Bad Godesberg weiterentwickele. Eine Prognose für das Abstimmungsergebnis möchte der Stadtverordnete aber nicht geben: „Wir beraten uns erst in der kommenden Woche.“ Ähnlich sieht es bei der CDU aus. „Es ist wichtig, dass wir den Radverkehr stärken“, betont deren Stadtverordneter Christian Gold. Eine abschließende interne Beratung folge aber erst in der kommenden Woche.

Grüne wollen für Radstation stimmen

Auch Achim Schröder (FDP) befürwortet das Konzept prinzipiell. „Die Details der Planung müssen wir als Fraktion aber noch bewerten“, erklärt der Politiker. Dies gilt ebenfalls für den Bürger Bund Bonn. „Einzelne Unklarheiten gilt es erst noch zu klären“, betont Marcel Schmitt. Der BBB befürworte aber besonders die Option einer öffentlichen Toilette.

Eine deutlichere Prognose gibt Monika Heinzel von den Grünen ab. Wie die Stadtverordnete mitteilt, will die Fraktion für die Radstation stimmen. „Wir möchten die Bonner weg vom Auto und hinauf aufs Fahrrad bewegen“, betont die Politikerin. Ähnlich äußert sich Jürgen Repschläger (Linke): „Das Projekt wäre eine enorm wichtige Aufwertung für Bad Godesberg.“ Auch seine Fraktion wolle im Rat für die Station abstimmen, die das Architektenbüro Joachim Voigtländer aus Bergisch Gladbach entworfen hat.

Sollte dem Umbau der einstigen Klangstation Ende März tatsächlich zugestimmt werden, müssten die Bauarbeiten mit der Deutschen Bahn abgestimmt und anschließend ein Mietvertrag abgeschlossen werden. Eine Pressesprecherin der Bahn teilte mit, dass das Unternehmen die Radstation in Bad Godesberg begrüße und unterstütze. „Die Verhandlungen mit der Stadt laufen gut“, lautet die Einschätzung des Konzerns.

Parkhausbetreiber noch nicht gefunden

Wer das geplante Parkhaus betreiben könnte, ist noch nicht bekannt. Wie berichtet, war Bettina Kunze, Leiterin der von der Caritas betriebenen Radstation am Hauptbahnhof, zwar bei zwei Terminen in Bad Godesberg, an denen auch Vertreter der Bahn sowie Architekten teilnahmen. Offiziell angefragt wurde die Caritas bislang aber nicht. Wie die Stadt mitteilt, wird der Betrieb der Station erst nach einer erfolgreichen Abstimmung ausgeschrieben.

Bereits im September 2015 hatte der Rat die Verwaltung erstmalig damit beauftragt, am Bad Godesberger Bahnhof ein Parkhaus für Fahrräder zu planen. Im sogenannten Bike & Ride-Konzept der Stadt war ein Bedarf von etwa 200 Stellplätzen festgestellt worden.

Zunächst hatte es die Deutsche Bahn allerdings abgelehnt, eine Radstation auf der Vorderseite des Bahnhofs aufzubauen, und stattdessen auf die Rückseite im Bereich des Von-Groote-Platzes verwiesen. Inzwischen hat der Konzern jedoch seine Zustimmung zur Umnutzung der ehemaligen Klangstation gegeben, weswegen es nun zur Abstimmung im Rat kommt.