Ziele des Pfarrgemeinderats

Bad Godesberger Katholiken wollen den Seelsorgebereich mitgestalten

Diskutieren über die Arbeit des Pfarrgemeinderats: (v.l.) Pfarrer Wolfgang Picken, Stephanie Rieder-Hintze, Claudia Kalbfleisch, Hermann Kölling und Simon Kolter.

Diskutieren über die Arbeit des Pfarrgemeinderats: (v.l.) Pfarrer Wolfgang Picken, Stephanie Rieder-Hintze, Claudia Kalbfleisch, Hermann Kölling und Simon Kolter.

Bad Godesberg. Ein halbes Jahr nach der Wahl hat der Pfarrgemeinderat des Seelsorgebereichs Bad Godesberg Ziele erarbeitet. Auch gesellschaftliche Probleme sollen angepackt werden.

Der vor einem halben Jahr gewählte Pfarrgemeinderat (PGR) für den Seelsorgebereich Bad Godesberg mit seinen 26000 Katholiken will sich gesellschaftlichen Problemen stellen und so nach außen öffnen – etwa bei der Einmischung in den derzeit laufenden Leitbildprozess für den Stadtbezirk. Auch die Jugendarbeit und das Engagement für Senioren bilden in den kommenden dreieinhalb Jahren Schwerpunkte.

„Wir wollen mitgestalten, gerne auch in Kooperationen mit Partnern im Dialog“, sagt Stephanie Rieder-Hintze vom Vorstand, der aus Vertretern aller Ecken des Seelsorgebereichs besteht. Dazu gehören auch Vorsitzende Claudia Kalbfleisch, Hermann Kölling und Simon Kolter. Sie geben zu, ihre Rolle beim Leitbildprozess noch nicht gefunden zu haben, wissen nicht, ob sie zu den künftigen Fachgruppen als Institution eingeladen werden. „Der Leitbildprozess könnte ja Auftakt werden für eine große Koalition aller, die an einer positiven Entwicklung Bad Godesbergs interessiert sind“, sagt der Leitende Pfarrer Wolfgang Picken.

Expertenworkshops im Juni

Nach Angaben der Stadt finden Ende Mai, Anfang Juni Expertenworkshops statt, die sich mit der kurfürstliche Zeile (Umfeld des Rathauses), Innenstadt, Kultur, Tourismus und Freizeit, Integration und Vielfalt sowie „Jung sein und alte werden in Bad Godesberg“ beschäftigen. „Zu jedem Workshop werden circa 15 Experten eingeladen, die auf Grundlage von Vorschlägen aus dem Begleitgremium zum Leitbildprozess und der beteiligten Fachämter ausgewählt wurden“, teilt Bonns Vizesprecher Marc Hoffmann mit. So bekämen in den nächsten Tagen Institutionen, Initiativen, Akteure und Einzelpersonen aus dem Stadtbezirk ein Schreiben. Auch Vertreter der katholischen Kirche würden als Experten zu „Integration/Vielfalt“ und „jung/alt“ gebeten.

Um effektiv arbeiten zu können, immerhin handelt es sich um den mit Abstand größten Seelsorgebereich des Erzbistums Köln mit ehemals 13 Kirchengemeinden, ist der PGR die Spitze einer hierarchischen Struktur bis hinunter zu den Aufgaben rund um die Kirchtürme, in die sich jeder ehrenamtlich einbringen kann und gern auch soll, so der Wunsch der Pfarrgemeinderatsmitglieder. Zwölf wurde gewählt, neun sind neu dabei. Laut Kolter gebe es eine gute Durchmischung, sowohl was die Anzahl von Frauen und Männern angeht als auch das Alter. Mit 19 ist er der Jüngste, Kolling (67) der Älteste.

Große Bereitschaft für Kirchenarbeit

Bei den Sitzungen, die alle zwei bis drei Monate stattfinden, sind auch die fünf Mitglieder des Seelsorgeteams und die Vorsitzenden der drei Gemeindeausschüsse vertreten. Letztere wirken im Burg-, Rhein- und Südviertel, eine Ebene darunter die Kirchenausschüsse direkt in den Dörfern. „Sie wurden gebildet, damit sich die gute Kirchenarbeit vor Ort weiterentwickeln kann“, sagt Kölling. „Die Bereitschaft der Leute mitzumachen ist sehr groß“, ergänzt Pfarrer Wolfgang Picken.

Die Jugendlichen im Gremium haben, auch weil sie bei den PGR-Wahlen die meisten Stimmen bekommen haben, einen hohen Stellenwert. „Über die vier Jugendreferenten wird viel angeboten. Die Investition hat sich gelohnt“, sagt Kolter. Doch laut Rieder-Hintze spielt auch das Thema Alter und Senioren eine große Rolle: „Es geht darum, wie man die erreicht, die einsam und allein zu Hause sind.“ Um dieses Thema will sich künftig der Sachausschuss Soziales kümmern und auf das längst vorhandene Engagement – zum Beispiel Suppenküche in der City – aufbauen.

Kirche könne da vielleicht auch ein Vorbild für die Gesellschaft sein, so der Pfarrer. Um die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen, wolle man die Aufgaben verteilen, sagt Kalbfleisch. Gebildet habe sich auch schon der Ausschuss Schöpfung und Umwelt, der sich unter anderem mit Nachhaltigkeit befassen will. Da geht es unter anderem darum, ob im gesamten Seelsorgebereich künftig nur noch Fair-Trade-Kaffee verwendet werden soll. Der Vorgänger-PGR hatte sich vor allem auf den inneren Zusammenhalt konzentriert, da damals der Seelsorgebereich noch ganz frisch zusammengeschweißt worden war. Die jetzigen Mitglieder blicken thematisch nun noch mehr über den Tellerrand hinaus.

Weitere Informationen auf www.kirche-in-godesberg.de